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Egal ob Shampoos, Peelingmasken oder Kajal – Kosmetik mit Aktivkohle boomt. Doch immer mehr Menschen nehmen das schwarze Pulver auch in ihren Smoothies zu sich. Was verbirgt sich hinter dem Multifunktionspulver und was bringt es für Körper und Haut? Wir verraten, warum schwarz gerade „in“ ist.

Schieb die Kohle rüber

– der Trend hinter dem schwarzen Pulver

Aktivkohle kommt in der Medizin schon lange zum Einsatz – doch jetzt hat die Ernährungs- und Kosmetikindustrie das schwarze Pulver für sich entdeckt. Aktivkohle gehört zu den wichtigsten Verbrauchertrends der vergangenen Jahre. Doch was ist Aktivkohle genau und wie wirkt es eigentlich?

Cleansing für Haut und Körper

Detox und Cleansing sind zwei der häufigsten Begriffe, die in Zusammenhang mit Aktivkohle erwähnt werden. Aktivkohle ist „aktivierte“ Kohle, das heißt Kohlenstoff entsteht in einem bestimmten Verfahren durch Gas- oder chemische Aktivierung. Die so entstandene Aktivkohle hat einen sehr hohen Adsorptionsgrad. Das bedeutet, dass sich Stoffe wie Atome oder Moleküle leichter an die Oberfläche der Aktivkohle binden. Deshalb wird das schwarze Pulver so gern als „Cleansing“-Mittel genutzt – es kann eine Vielzahl an Chemikalien und Giften an sich binden.

Aktivkohle ist ein in der Medizin schon lange genutztes Mittel, das insbesondere bei Vergiftungen eingesetzt wurde, denn sie bindet gefährliche Substanzen und scheidet diese aus dem Körper aus. Auch in der Industrie wird Aktivkohle in vielen Verfahren eingesetzt, etwa um Luft oder Wasser zu reinigen. Aktivkohle ist in erster Linie also ein Entgiftungsprodukt.

Die Kosmetikindustrie hat nun dieses Potential für sich entdeckt: Aktivkohle findet sich in Cremes, Gesichtsmasken und sogar in der Zahnpasta. Peelings mit Aktivkohle reinigen und Zahncremes mit dem schwarzen Pulver entfernen sanft Verfärbungen von Tee, Kaffee oder Wein. Sogar als Deo kann man die Aktivkohle nutzen, denn sie hemmt den Schweißgeruch effektiv.

Aktivkohle – gut für die Haut?

Jetzt stellen sich immer mehr die Vorteile von Aktivkohle für die Haut heraus. Aktivkohle kann die Haut verbessern, indem sie zum Beispiel Unreinheiten entfernt. Wie das funktioniert? Die Oberfläche der Aktivkohle wirkt nicht nur im Magen-Darm-Trakt wie ein Schwamm. Auch auf der Haut kann sie toxische Substanzen anziehen und an sich binden. Das hat natürlich einen sehr positiven Effekt auf die Hautgesundheit. Jegliche Unreinheiten werden durch die Anwendung der Aktivkohle entfernt, darunter Schmutz und Schadstoffe durch die Umwelt.

Doch damit nicht genug: Aktivkohle ist auch ein sanftes Mittel, um die Haut zu peelen. Die raue Oberfläche der Aktivkohle ist perfekt dazu geeignet die Haut zu schälen und zugleich zu reinigen. Peelings sind für ein ebenmäßiges, strahlenderes Aussehen essentiell, da sie die abgestorbenen Hornschüppchen von der Haut entfernen. Dafür eignet sich die Aktivkohle besonders gut, denn die Körnchen darin sind so klein, dass sie als sanftes Peeling hervorragend geeignet ist.

Auch bei fettiger Haut, ist Aktivkohle eine gute Wahl. Fettige Haut kann Schmutz und andere Unreinheiten aus unserer Umwelt stärker an die Haut binden, was zu verstopften Poren führt. Weil Aktivkohle die überschüssigen Öle und den Schmutz an sich bindet, ist das schwarze Pulver sehr gut geeignet, um die Haut in Balance zu halten. Zu guter Letzt verfeinert Aktivkohle die Poren im Gesicht.

Schwarze Drinks zum Entgiften

Aktivkohle lässt sich nicht nur von außen auftragen. Immer mehr Menschen nehmen sie auch in ihren Gesundheitsdrinks zu sich. So schwört etwa Schauspielerin und Gesundheitsfreak Gwyneth Paltrow auf ihre schwarzen Smoothies. Einen schwarzen Smoothie zu trinken, hört sich etwas ungewohnt an – zumal es auch etwas gewöhnungsbedürftig ist, weil man die Kohleflöckchen im Drink auf der Zunge spürt. Aber Aktivkohle ist generell geschmacksneutral und lässt sich so zu jedem Gesundheitsdrink hinzufügen, ohne dass sich der Geschmack verändert. Mittlerweile gibt es sogar in Deutschland Smoothie-Lieferanten, die die Drinks mit dem schwarzen Zusatz anbieten. Wer sich selber einen Smoothie mixen will, findet zum Beispiel auf Amazon Aktivkohle als Pulver.

Inwiefern die Aktivkohle zum Essen aber wirkt, oder ob sie sogar schädlich sein kann, ist umstritten. Tatsächlich ist der Körper selbst sehr gut darin, Gifte aus dem Körper zu schleusen. Braucht es da wirklich auch die Aktivkohle? Besonders da viele Mediziner und Ernährungsberater davor warnen, dass die Aktivkohle wertvolle Nährstoffe wie Vitamin C oder B an sich bindet, die dann dem Köper entzogen werden. Um das zu verhindern, sollte man die maximale Menge von 1 bis 3 Gramm pro Tag nicht überschreiten.

Auch bei der Benutzung von Kosmetika mit Aktivkohle solltest du vorsichtig sein und hier auf die Qualität achten. Oft ist gerade die in Kosmetikprodukten verwendete Kohle nicht so rein, so dass sich sogar gesundheitsschädliche Substanzen bilden können.

Ein besonderes Augenmerk ist auch auf die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu werfen. Wenn du gleichzeitig Medikamente und einen Smoothie mit dem schwarzen Pulver zu dir nimmst, sollte dir klar sein, dass die Wirkung der Medikamente eventuell gefährdet ist. Denn Aktivkohle wirkt wie ein Schwamm und absorbiert im Magen vielleicht auch Arzneimittel. Wer Medikamente zu sich nimmt, sollte also vorsichtshalber auf die Einnahme von Aktivkohle verzichten.

Ist Aktivkohle nun gut für uns oder nicht? Viele Naturheilkundler und Beauty-Experten schwören auf Aktivkohle als Schönheits- und gesundheitsförderliches Mittel. Sie heben den entgiftenden Charakter des schwarzen Pulvers hervor. Sie haben gute Argumente aber leider ist die Aktivkohle noch nicht gut genug erforscht, um sich eine Meinung zu den Langzeitauswirkungen bilden zu können. Die Forschungslage ist uneindeutig und es sind sicherlich noch viele Studien notwendig, um das Potential der Aktivkohle genau auszuloten. Wir können die Aktivkohle deshalb als Beauty-Mittel weder voll und ganz befürworten, noch ihre positive Wirkung ausschließen. Bis man mehr über die Wirkungen des schwarzen Pulvers weiß, empfehlen wir einen maßvollen Umgang.