Ayurveda ist das wohl älteste, ganzheitliche Heilsystem der Menschheit und bedeutet übersetzt so viel wie „Wissenschaft vom Leben“. Die Gesundheit des Gesunden soll erhalten und die des Kranken behandelt werden. Dabei spielen die fünf Elemente, die Ernährung und spezielle Rituale wie auch Massagen eine große Rolle. Letzteres gibt es in Form von unterschiedlichen Ausführungen. Im Mittelpunkt steht die medizinische Anwendung und der Gesundheitseffekt der Behandlung und nicht das Wohlfühlen an sich. Jedoch können Ayurveda Massagen gleichzeitig auch der Inbegriff für genussvolle Entspannung sein.

Was es genau mit der, aus dem Indischen entstandenen, Heilkunst und den besonderen Ayurveda Massagen auf sich hat, haben wir hier für Sie zusammengefasst…

Abhyanga Massage – Ayurvedische Ganzkörpermassage

Die Abhyanga Massage ist neben einer gesunden Ernährung und Schwitzbädern, ein wichtiger Bestandteil des Ayurveda. Dabei handelt es sich quasi um die Mutter aller Massagen. Das zentrale Motiv der Körpermassage ist das Einsalben. Mit vielen Streichungen wird kostbares Öl auf der Haut verteilt und liebevoll einmassiert. Krankheiten sollen so verhindert, oder gelindert werden, Giftstoffe aus dem Körper geleitet und Bioenergien (Doshas) ins Gleichgewicht gebracht werden. Auf harmonische Art und Weise werden verschiedene Techniken verbunden, die alle der tiefen Entspannung und Vitalisierung des Körpers dienen. Durch das Eindringen der wertvollen Öle, tief in die Haut, hat die Massage ebenfalls einen positiven Effekt auf das Hautbild.

Die Wirkung der Abhyanga Massage

Die traditionelle Massage hat tatsächlich nicht nur eine extrem entspannende Wirkung, sondern soll zudem auch das Immunsystem stärken, verjüngend wirken und insgesamt reinigen und befreien. Die Muskulatur lockert sich durch die tiefenwirksamen Griffe und der Lymphfluss wird angeregt. Stoffwechselprodukte können so leichter abtransportiert und ausgeschieden werden. Es entsteht eine Art Detox-Effekt. Ein seidig-glattes Gefühl am Ende auf der Haut, rundet die Massage durch die wertvollen Öle ab.

Synchron-Abhyanga

Bei einer Synchron-Abhyanga wird der gesamte Körper gleichzeitig von zwei Therapeuten mit besonderen Ölen massiert. Sogar Gesicht und Ohren werden nicht ausgelassen. Die Massage wirkt ganz besonders kräftigend und belebend, aber gleichermaßen natürlich auch entspannend.

Die besonderen Öle

Durch Öl nimmt die Wahrnehmung des Körpers deutlich zu, es löst Schlacken aus Gewebe und nährt Zellen und Organe. Bei der Abhyanga Massage werden verschiedene Öle verwendet und individuell ausgewählt. Sesamöl beispielsweise wirkt erhitzend, Olivenöl, oder Kokosöl haben eine eher kühlende Wirkung. Sesamöl hat eine sehr hohe Penetrationskraft, kann tief durch das Gewebe dringen und es somit extrem gut versorgen. Kühlende und wohlriechende Öle, wie Rosenöl, oder Mandelöl, eigen sich ganz besonders für die Gesichtsmassage während der Abhyanga, da diese neben ihrem gut riechenden Geruch auch ebenfalls eine kühlende Wirkung haben und dies oft als sehr angenehm, besonders im Bereich des Kopfes, empfunden wird. Im Bereich des Kopfes wird im Ayurveda grundsätzlich nur kühlend behandelt, damit gar nicht erst eine Hitze entsteht. Für alle Anwendungen werden ausschließlich medizinierte Öle verwendet, wobei die Herstellung der besonderen Kräuteröle sehr zeit- und materialaufwendig ist.

Die drei Klassiker

Drei medizinierte Öle im Ayurveda kann man als absolute Klassiker bezeichnen, da sie so etwas wie absolute Basics und sehr typisch für die Anwendungen sind.

  1. Mahanarayan Thailam: Wirkt entzündungshemmend, schmerzlindern und nährend auf die verschiedenen Gewebe. Perfekt für Leiden der Gelenke, Sehnen und rheumatischen Erkrankungen.
  • Pinda Thailam: Wirkt ganz besonders kühlend und blutreinigend. Bei Störungen des Hautstoffwechsels und zu viel Hitze im Körper eignet es sich hervorragend.
  • Shulahara Thailam: Wirkt stoffwechselanregend, erhitzend und vor allem reinigend. Hilft bei Cellulite, Verschlackung, Muskelverspannungen und sogar Trägheit.

Garshan – Ayurvedische Trockenmassage mit Seidenhandschuhen

Bei dieser Massage handelt es sich ebenfalls um eine Ganzkörpermassage, die jedoch meistens vollkommen ohne den Zusatz von Ölen angewendet wird. Stattdessen trägt der Therapeut während der Massage kostbare Seidenhandschuhe, welche eine besonders pflegende und entspannende Wirkung auf die Haut haben sollen. Zudem hat er einen gewissen Peeling-Effekt, wodurch er die Haut nicht nur glättet, sondern gleichzeitig auch abgestorbene Hautschüppchen entfernt. Die Haut wird gestrafft, was besonders für Menschen, die unter Cellulite leiden ein interessanter Aspekt sein kann. Die raschen Streichbewegungen werden immer in Richtung Herz ausgeführt, wodurch die Massagetechnik sich auch besonders gut für die Selbstmassage eignet. Dabei sollte man an den Beinen anfangen und diese in kreisenden und langen Streichbewegungen massieren. Weiter geht es mit Bauch und Brust und im Anschluss den Händen, wobei es sich empfiehlt mit der rechten Hand zu beginnen. Garshan ist eine super Massage für Neueinsteiger des Ayurveda und kurbelt den kompletten Stoffwechsel an. Der Lymphfluss wird verbessert und die Durchblutung gefördert. Außerdem soll die Technik gegen Müdigkeit, Wassereinlagerungen und ein permanentes Kältegefühl wirken. Die Haut wird nach der Behandlung unglaublich geschmeidig und zart sein und vor allem einen gesund glänzenden Teint aufweisen können.

Padabhyanga – Ayurvedische Fußmassage

Der Fuß hat im Ayurveda einen wichtigen Stellenwert, denn er gilt als das Spiegelbild des gesamten menschlichen Körpers, da an den Reflexzonen in den Füßen viele Nerven des Körpers enden und gleichzeitig mit vielen anderen Organen verbunden sind. Werden die Reflexzonen behandelt, führt dies zu einem ganz besonders harmonisierten Zustand im gesamten Körper. Die Massage hat eine sehr positive Wirkung auf das vegetative Nervensystem, fängt bei Erschöpfungszuständen Körper und Seele auf, lindert Schlafstörungen und Nervosität und hat insgesamt eine revitalisierende und kräftigende Wirkung auf den gesamten Körper. Die Massage geht sogar über die Füße hinaus, bis zu Waden und Knien. Vitalpunkte, auch Marmapunkte genannt, werden aktiviert, wodurch Blockaden gelöst werden und Energien wieder frei fließen können. Ausgeführt wird die Massage im Liegen abwärts und ebenfalls mit wertvollen Ölen, sowie zusätzlich einem warmen Balsam Ghee und Kräutern.

Shiroabhyanga – Ayurvedische Kopfmassage

Diese Massage nimmt innerhalb des Ayurveda eine Sonderstellung ein. Positive Effekte sollen zwar auch hier für den ganzen Körper erreicht werden, jedoch zielt die Massage speziell auf Nacken und Kopf ab. Übermäßige Energie soll dabei beseitigt werden, denn in Indien sind die Menschen davon überzeugt, im Kopf staut sich zu viel Energie an und erzeug so Stress und Unausgeglichenheit für den gesamten Körper. Aus verschiedenen Knetbewegungen und Berührungen an Kopf, Nacken und Schultern entsteht eine Technik, bei der nur sehr wenig Druck ausgeübt und ebenfalls mit Ölen gearbeitet wird. Besonders die Durchblutung des Kopfes wird dadurch gefördert, weshalb die Massage besonders geeignet für Migräne-Patienten ist. Außerdem wirkt sie verjüngend, da sie das Hautbild strafft und durch die wertvollen Öle die haut glättet und strahlen lässt.

Nach der Ayurveda-Massage

Um das gewonnene Gleichgewicht und die Tiefenentspannung nicht direkt wieder zu verlieren, sollte man ein paar Punkte nach der Massage beachten. Direkt im Anschluss sollte man sich unbedingt vor Wind und Zugluft schützen. Dabei empfiehlt es sich zusätzlich den Kopf vorerst zu bedecken. Außerdem sollte man nicht direkt im Anschluss Barfuß laufen und kein extrem üppiges, oder fettiges Essen zu sich nehmen. Auch hohe Aktivität und extremer Sport sollten im direkten Anschluss vermieden werden. Stattdessen empfiehlt es sich wärmstens, eine Tasse heißes Ingwerwasser zu sich zu nehmen. Im Idealfall frisch und direkt nach der Massage.