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Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, ökologischer Anbau – nie zuvor waren all diese Themen und die damit verbundenen Fragestellungen präsenter als heute. Wir trennen unseren Müll, Plastikstrohhalme verbannen wir aus unseren Küchenschränken und nehmen unsere eigenen Glasbecher mit in den Coffeeshop. Es sind die größeren und offensichtlicheren Dinge, die sich nicht allzu schwer ändern lassen. Selten allerdings schauen wir auf die Rückseite unserer Pflegeprodukte, die wir Tag für Tag nutzen, oder hinterfragen die Ressourcen, die unser Lieblingsparfum nutzt. Es ist an der Zeit, dies zu ändern. Wir haben für Sie die besten Tipps und Tricks zusammengestellt, um die tägliche Beautyroutine zu perfektionieren und nachhaltiger zu gestalten. Damit Sie auch wirklich niemals Abstriche machen müssen wenn es um Sachen Umwelt geht.

1. Kalt, kälter…

Sie achten schon darauf den Wasserhahn auszustellen, wenn Sie sich gerade die Zähne putzen? Sehr gut – allerdings geht es noch ein wenig besser. Verzichten Sie bei der Gesichtspflege zunehmend darauf, warmes oder gar heißes Wasser zu benutzen. Dieses zu erhitzen verbraucht nämlich viel Energie. Außerdem weisen Dermatologen gerne darauf hin, dass kälteres Wasser zudem auch noch besser ist für die Haut. Denn zu warmes Wasser entzieht der Haut natürliche und gesunde Öle: Das Ergebnis ist eine unangenehm trockene und spannende Haut. Im besten Fall reinigen Sie Ihr Gesicht mit lauwarmen Wasser, ehe sie kalt nachspülen. Das erfrischt auch das Gemüt. Gerade nach dem Aufstehen ist dies ein echter Geheimtipp!

2. Adieu, Wattepad

Es ist nicht zu verneinen, dass weiche Wattepads aus Baumwolle sich wunderbar auf dem Gesicht anfühlen. Doch wie viele davon verbrauchen wir am Tag, etwa beim Abschminken? Wie viel Müll landet dabei in der Tonne während einer Woche oder einem ganzen Monat? Es ist ganz und gar nicht wenig. Dabei benötigt die Herstellung und die Verarbeitung von Baumwolle viel Wasser, vor allem dann, wenn die Baumwolle biologischem Anbau entstammt. Je weniger Wattepads wir verbrauchen, desto weniger Wasser muss dementsprechend verbraucht werden. Und das wiederum ist umso besser für den Planeten. Zum Glück also gibt es bereits  umweltfreundliche und wiederverwendbare Pads zum Abschminken und Reinigen. Jene Alternativen existieren beispielsweise aus dicker Baumwolle oder auch auch aus reiner Seide. Letztere sind ein wahrer Luxus für die Haut. Unser Tipp: Kaufen Sie mindestens sieben wiederverwendbare Pads, damit Sie die ganze Woche über problemlos versorgt sind. Am Wochenende können Sie diese dann kinderleicht zusammen waschen.

Eine weitere Alternative übrigens bieten Tücher aus Musselin. Damit können Sie nicht nur Ihre Gesichtsreinigung effizienter gestalten, sondern auch Ihren Wasserverbrauch reduzieren. Denn das Tuch allein – ganz ohne zusätzliche Produkte – eignet sich schon perfekt dazu, Schmutz, Make-Up und andere Ablagerungen von der Haut zu entfernen. Auch hier ist es am besten, mindestens sieben Stück zur Hand zu haben. Nutzen Sie allerdings unter keinen Umständen ein Musselin-Tuch, das Sie bereits am Vortag gebraucht haben. Ein verschmutzes und wohlmöglich sogar feuchtes Tuch ist nämlich ergiebiger Nährboden für fiese Bakterien.

3. Nein zu Palmöl

Viele kennen das sogenannte Palmöl primär aus bekannten Nussnougat-Brotaufstrichen. Zum Glück ist dieses Öl bereits so in Verruf geraten, dass viele Konsumenten schon ihre Frühstücksauswahl überdacht haben – und zwar zurecht. Denn die große Nachfrage nach Palmöl trägt zur enormen Abholzung auf der ganzen Welt bei. So werden nicht nur Regenwälder immer mehr zerstört, auch die Artenvielfalt ist bedrohter als jemals zuvor. Immerhin wird ihr natürlicher Lebensraum immer kleiner. Palmöl ist ein Pflanzenöl, das sich allzu oft auch auf die Zutatenliste vieler Beauty- und Pflegeprodukten schleicht. Leider ist esdort nicht immer gut als solches zu erkennen. Es kann als Pflanzenöl oder -fett beschrieben werden, als Palmfruchtöl oder auch als Natriumlaurylsulfat. Der einfachste und sicherste Weg um herauszufinden, ob das Produkt unserer Wahl wirklich frei von Palmöl ist, ist eine schnelle Suche mit Google. Auch der WWF hat eine ausführliche Liste aller Produkte veröffentlicht, die den schädlichen Rohstoff beinhalten.

4. Recycling im Badezimmer

Wir alle kennen das Problem der unzähligen Tuben und Fläschchen, die sich in Massen im Badezimmerschrank oder auf dem Schminktisch stapeln. Meist schütteln wir nur den Kopf darüber, dass wir offenbar schon wieder zu wenig Platz haben für alles, was wir vermeintlich brauchen. Allerdings ist es ein echtes Problem, dass die meisten Verpackungen noch immer aus Plastik bestehen. Doch auch wenn immer mehr Beautylabel darauf achten, die Verpackungen ihrer Hautpflegeprodukte aus recyclebarem Material herzustellen, werden sie zuhause nicht ordnungsgemäß entsorgt. Sie werden einfach bei der Mülltrennung vergessen oder aus Unwissenheit in den falschen Müll gesteckt. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger genau zu lesen, was auf der Verpackung steht. Sollten die Informationen dort nicht ausreichend sein so zögern Sie nicht, gleich die Marke zu kontaktieren. Nur so können Sie tatsächlich sicher sein, wie das leere Produkt am besten und umweltfreundlichsten zu entsorgen ist.

Unser besonderer Tipp: Achten Sie besonders auf kleine Pumpen – die etwa bei Reinigungsschaum oder Cremes genutzt werden – und ihre einzelnen Bestandteile. Oftmals enthalten diese nämlich Metallfedern, die vor der Entsorgung vom restlichen Plastik getrennt werden müssen. Die Natur wird es Ihnen danken!

5. Veto gegen Abschminktücher

Gerade auf Reisen sind Abschminktücher oftmals eine wahre Rettung. Sie sind handlich, klein und passen sogar in die Handtasche. Dafür, dass sie so unschuldig aussehen, sind sie aber ganz schön gefährlich für die Umwelt. Denn die meisten Tücher bestehen aus Materialien wie Polyester – und dies wiederum bedeutet, dass es 100 Jahre dauern kann, bis sie vollständig abgebaut werden. 100 Jahre verweilen sie auf Deponien, obwohl sie doch nur einmal gebraucht wurden. Dermatologen fügen dem gerne hinzu, dass sie außerdem selten tatsächlich gut für die Haut sind. Nicht nur ist es schwierig, mit den Tüchern wirklich alle Ablagerungen und Verschmutzungen zu entfernen; nicht selten sind sie auch nicht abgestimmt auf den eigenen Hauttyp und verursachen so Irritationen und Rötungen. Die gute Nachricht jedoch lautet, dass es durchaus Alternativen gibt. Es existieren bereits Abschminktücher, die aus kompostierbaren Materialien wie etwa Pflanzenfasern bestehen. So braucht es nicht 100 Jahre, bis sie abgebaut werden, sondern gerade einmal 28 Tage. Das ist echter Fortschritt.

6. Ein bisschen Aufmerksamkeit

Es gibt (noch) kein Patentrezept und auch keine vollständige Gebrauchsanleitung, wie wir in allen Bereichen unseres Lebens vorsichtiger mit der Umwelt umgehen und nachhaltiger agieren können. Genau deswegen ist dieser abschließende Tipp auch so wichtig. Gehen Sie mit offenen Augen durch Ihr Leben! Schauen Sie genauer hin. Betrachten Sie die Zutatenlisten von Produkten und hinterfragen Sie Dinge, die Sie vielleicht nicht kennen. Fragen Sie, was Sie besser machen können. Googeln Sie. Werden Sie aktiv. Denn nachhaltig leben bedeutet nicht, auf Luxus und schöne Dinge verzichten zu müssen. Es bedeutet nur, der Natur endlich wieder etwas zurückzugeben.

Nachhaltige Gesichtspflege