Frei von Silikonen, Parabenen und synthetischen Farben – dassieht man immer öfter auf den Packungsbezeichnungen von Kosmetikprodukten. Immermehr Hersteller achten auf eine natürlichere Zusammensetzung ihrer Produkte.Doch was hat es damit auf sich? Was sind Parabene und Sulfate eigentlich undwie viel Schaden können sie wirklich anrichten?

Kennst du dich mit den Inhaltsstoffen aus, die in unseren Shampoos, Cremes oder in der Zahnpasta stecken? Tatsächlich können die meisten von uns nur mit den Schultern zucken, wenn wir die Packungsbezeichnungen lesen. Denn wer weiß schon, was zum Beispiel Ethylparaben ist? Oder Sodium Laureth Sulfate? Trotzdem benutzen wir täglich zahlreiche Produkte, deren Inhaltsstoffe uns unbekannt sind. Um hier Abhilfe zu schaffen, erklären wir euch zwei der am häufigsten verwendeten Substanzen in Kosmetika: Parabene und Sulfate.

Kosmetik ohne Sulfate & Parabene

Parabene – der umstrittene Konservierungsstoff

Parabene werden als künstlicher Konservierungsstoff in zahlreichen Pflegeprodukten eingesetzt – darunter Shampoos, Cremes und Make-up-Produkten. Parabene sorgen also dafür, dass unsere Kosmetika nicht verderben. Gleichzeitig hemmen sie das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Das ist gerade in Kosmetikprodukten wichtig, denn diese landen schließlich direkt auf unserer Haut. Wer möchte schon einen Tiegel voller Pilze und Krankheitserreger? In Deutschland darf die Konzentration von Parabenen bis zu 2% betragen – in Lebensmitteln darf der Stoff aber nicht zur Konservierung eingesetzt werden. Das ist nicht in allen Ländern der Fall.

Parabene haben also einige Vorteile: Sie verlängern die Verwendbarkeit unserer Pflegeprodukte und töten Bakterien ab. Sind Parabene also doch nicht so schlecht? Es gibt einige Studien, die das Gegenteil beweisen.

Wie schädlich sind Parabene?

Nach einer an der Cornell Universität durchgeführten Studie haben Parabene hormonelle Auswirkungen auf unsere Körper. Das liegt daran, dass Parabene das weibliche Geschlechtshormon Östrogen imitieren. Langfristig über die Haut eingenommen, verwirren Parabene also unseren Hormonhaushalt. Das kann unter anderem Brustkrebs begünstigen. So fand eine 2004 durchgeführte Studie heraus, dass 19 von 20 Patientinnen mit Brustkrebs Parabene in ihrem Brustkrebsgewebe hatten. Das sollte uns zu denken geben.

Natürliche Haarpflege

Auch bedenklich: Parabene werden durch die Haut absorbiert und können bei schwangeren Frauen Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben. Speziell männliche Feten können dadurch als Erwachsene Probleme mit der Spermienproduktion bekommen. Darüber hinaus stehen Parabene im Verdacht Allergien auszulösen.

Ein wenig Entwarnung können wir insofern geben, dass Parabene in unseren Kosmetika eine bestimmte Konzentration nicht übersteigen dürfen. Das ist jedoch nur ein schwacher Trost. Denn: Der Stoff kann sich über Jahre im Körper anlagern.

Wie kannst du dich schützen?

Zum Glück gibt es einiges, dass wir tun können, um den Kontakt mit Parabenen auf ein Minimum zu reduzieren. Lese dir die Packungsbezeichnungen deiner Pflegeprodukte genau durch und achte insbesondere auf Bezeichnungen, die mit -paraben enden. Dazu gehören zum Beispiel Methylparaben, Ethylparaben, Butylparaben und Propylparaben. Sind in deinem Lieblingsprodukt Parabene drin? Kein Grund zum Verzweifeln. Überlege, ob es nicht wert ist, auf eine Naturkosmetikmarke umzusteigen, denn diese verzichten meist auf Parabene.

Möchtest du ganz auf Nummer sicher gehen? Dann empfehlen wir dir deine am häufigsten genutzten Pflegeprodukte zuhause selbst zu mischen. Das ist gar nicht so schwer, wie man denkt und es gibt zahlreiche Anleitungen dazu im Internet. Wer sich regelmäßig selbst seine Pflegeprodukte mischt, muss sich auch keine Gedanken über die Konservierung mit Parabenen machen. Sicherlich ist es in jedem Fall eine gute Idee zumindest während der Schwangerschaft auf Produkte mit Parabenen zu verzichten!

Körperpflege mit natürlichem Inhalt

Sulfate – das hautreizende Salz

Wir setzen uns ihnen täglich aus, ob beim Duschen oder Waschen unserer Kleidung: den Sulfaten. Diese Substanz findet sich in fast jedem Reinigungsprodukt. Doch was sind Sulfate eigentlich genau? Sulfate sind Salze, die aus Schwefelsäure gewonnen werden. Sie haben eine schäumende und reinigende Wirkung und kommen daher in fast jedem Pflegeprodukt vor, das mit Wasser in Berührung kommt. Dazu gehören Shampoos, Zahnpasta, Seifen, Gesichtsreiniger, Rasiercremes und sogar Badekugeln. Insbesondere Sodium Laureth Sulfate oder Sodium Pareth Sulfate finden sich auf fast jeder dieser Packungsbezeichnungen. Diese Schaumschläger wirken fettlösend, sind dabei aber oft zu aggressiv und beschädigen die Hautbarriere. Besonders bedenklich ist dabei, dass Sulfate Hautirritationen auslösen können.

Was ist Sodium Laureth Sulfate?

Diese Chemikalie ist eine Kombination aus Schwefelsäure, Laurylalkohol und Ethylenoxid, die eine wunderbar schäumende Wirkung hat. Jedes Produkt, von dem wir erwarten, dass es schäumt, hat mit großer Wahrscheinlichkeit Sodium Laureth Sulfate drin. Dazu gehören nicht nur unsere Pflegeprodukte, sondern auch Reinigungsmittel, die wir im Haushalt einsetzen.

Warum ist Sodium Laureth Sulfate schädlich?

In allererster Linie wirkt Sodium Laureth Sulfate hautreizend und irritierend. Weil es so aggressiv wirkt, entfernt es mehr Fett als gut ist. Das führt zu trockener, gereizter Haut. Ebenso problematisch: Sodium Laureth Sulfate dringt leicht in die Haut ein und gelangt von dort in tieferes Gewebe und in den Blutkreislauf. Das kann sogar bei geringer Anwendung solcher Produkte passieren. Der Verdacht, dass das Sulfat im Blut andere schwerwiegendere Krankheiten auslösen kann, macht dies besonders bedenklich.

Angriff auf die Haut

Darüber hinaus hat Sodium Laureth Sulfate eine negative Wirkung auf unsere Zellmembranen. Studien zeigen, dass Sodium Laureth Sulfate die Strukturen der hauteigenen Proteine angreifen und vielleicht sogar zerstören! Konkret bedeutet das: Der Stoff lässt unsere Haut schneller altern.

Weil Produkte mit Sodium Laureth Sulfate nach ihrer Anwendung meist abgespült werden, haben viele keine Bedenken diese zu benutzen. Es gibt jedoch nicht genug Studien für eine unbedenkliche Nutzung von Sodium Laureth Sulfate. Demgegenüber stehen viele Hautirritationen und der Verdacht, dass Sodium Laureth Sulfate schädigend auf die Organe wirken kann.

Die Alternativen

Da scheint es durchaus angebracht, lieber auf Sodium Laureth Sulfate zu verzichten oder es so weit wie möglich zu vermeiden. Noch dazu, weil es so einfach ist, die Substanz zu vermeiden. Ein Blick auf die Stoffzusammensetzung unserer Pflegeprodukte reicht oft aus. Mittlerweile gibt es viele Alternativen zu Sodium Laureth Sulfate, die genauso reinigend wirken, ohne die Haut anzugreifen.

Benutze also Lieber sanfte Reinigungs- und Waschmittel. Eine gute Alternative zu Sodium Laureth Sulfate sind Produkte mit Kokos- oder Zuckertensiden. Auch hier lohnt sich ein Blick in die Naturkosmetik – oder aber du benutzt ein Babyshampoo. Diese werden meist ohne Sulfate hergestellt. Auch wenn diese Produkte dann nicht so gut schäumen – das gute Gefühl von mehr Sicherheit macht das wieder wett.

Eine unschädliche und förderliche Pflegeroutine ist nicht schwer zu erreichen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist sicherlich, deine Produkte mit Parabenen und Sulfaten auf ein Minimum zu begrenzen. Zum Glück hält die Kosmetikindustrie schon viele gute Alternativen bereit.


Mehr Produkte ohne Parabene & Sulfate