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Pseudofolliculitis barbae ist der klangvolle medizinische Name für eine weniger hübsche Angelegenheit, mit der sich entgegen der landläufigen Meinung nicht nur Männer herumschlagen – die Rede ist von dem sogenannten Rasurbrand. Soeben frisch rasiert, eilt er oft genug zur Stelle – und hinterlässt wenig Wünschenswertes: Juckreiz und Rötungen sind noch die harmlosesten seiner Erscheinungsformen, darüber hinaus brennt er auch gerne lodernd oder manifestiert sich in Form zahlreicher kirschroter Pickelchen, die uns noch Tage begleiten. Und wenn er es besonders böse mit uns meint, zieht er Haarfollikelentzündungen nach sich, an denen man längerfristig seine “Freude” hat. Sie entstehen, wenn nachwachsendes Haar nicht gerade aus der Haut heraus, sondern unter der Haut weiterwächst. Ein unangenehmer Geselle, der Rasurbrand – er tut nicht nur nicht gut, sondern sieht auch nicht gut aus. Wie er entsteht und wie man ihn vermeiden kann, ist heute unser Thema.

Gestatten – Rasurbrand, der.

Um den Rasurbrand ranken sich viele Geschichten, von denen wie üblich nur die Hälfte stimmt. Wie bereits bemerkt betrifft er nicht nur die Herren, sondern auch die Damenwelt. Und sucht sich als Opfer keineswegs nur besonders sensible Häutchen, ganz im Gegenteil. Er tritt sowohl bei der Nassrasur und seltener bei der Trockenrasur auf, und zwar immer dort, wo die Haut dünn ist und empfindlich – im Gesicht, an Achseln und Beinen sowie im Intimbereich. Verantwortlich für sein Entstehen ist zumeist eine nicht adäquat durchgeführte Rasierprozedur. Wer dem unliebsamen Rasurbrand aus dem Weg gehen möchte, ist demnach gut damit beraten, die folgenden Tipps zu befolgen.

Das Vorspiel – wie man die Haut auf die Rasur vorbereitet

Die meisten Frauen rasieren sich unter der Dusche – perfekt für die noch zu  rasierende Haut. Heiß duschen öffnet die Poren und erleichtert somit die Rasur, die demnach am besten gegen Ende des Duschbads erfolgen sollte. Die Wahl des Duschgels sollte ebenfalls nicht dem Zufall überlassen werden: Feuchtigkeitsspendende Duschgele hinterlassen die Haut satt. Und Rasierer gleiten über gut durchfeuchtete Haut wesentlich besser als über trockene. Regelmäßige Peelings helfen darüber hinaus dabei, abgestorbene Hautschüppchen abzutragen, glättet somit die Haut und beugt eingewachsenen Härchen vor – eine ideale Vorbereitung für die Rasur.

Feuchtigkeitsspendende Duschgele


Intensive Körperpeelings

Rasur pur – der Prozess des Rasierens

Goldene Regel Nummer eins:

Immer scharfe Klingen verwenden. Und ja, scharf im Sinne von richtig scharf. Stumpfe Klingen reizen die Haut unnötig, verletzen mitunter – und sind annähernd ein Garant für Rasurbrand. Des Weiteren können sie zu Infektionen führen.

Goldene Regel Nummer zwei:

Niemals auf Rasierschaum oder Rasiergel verzichten und die Haut lediglich mit Wasser oder gar trocken rasieren. Niemals. Sollten Schaum oder Gel leer sein und eine Rasur unumgänglich, lieber notfallplanmäßig Duschgel oder Haarwaschprodukte verwenden, als sich gänzlich in Verzicht zu üben – die Haut wird es danken.

Goldene Regel Nummer drei:

Immer in Wuchsrichtung rasieren. An den Beinen beherzigen das viele Frauen nicht, was unter Umständen zu Rasurbrand führt. Im Intimbereich gilt es als oberste Pflicht, da dieser wesentlich empfindlicher ist.

Goldene Regel Nummer vier:

Viel hilft nicht immer viel, deshalb – Druck rausnehmen! Eine ausreichend scharfe Klinge durchtrennt die klitzekleinen Härchen auch ohne Druck. Lieber einmal mehr mit der Klinge über die Haut fahren, als einmal weniger mit zuviel Druck. Goldene Regel Nummer fünf: Zeit nehmen. Wer sich in Hektik rasiert, schneidet sich … den Rest kennt wohl jeder.

Goldene Regel Nummer sechs: Eincremen als krönender Abschluss.

Too late – wenn es dann doch einmal zu spät ist …

Alles beherzigt und er hat trotzdem zugeschlagen, der Rasurbrand? Dann sollte man unbedingt eine Pause einlegen mit dem Rasieren – mindestens vierundzwanzig Stunden, besser noch ein paar Tage. Und Finger weg – knibbeln und kratzen sind Todsünden! Kühlen hilft – das kann man auch kurzerhand mit Eiswürfeln tun. Die Haut freut sich selbstredend auch über ein bisschen Unterstützung bei der Regeneration. Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten – Babypuder ist eine der bekanntesten. Was niedlichen, aber gereizten Hinterteilen von Säuglingen hilft, ist auch bei Rasurbrand nicht verkehrt – Babypuder kurze Zeit einwirken lassen und danach abspülen. Beruhigende Bodylotions, eventuell auch mit kühlendem Effekt, sind ebenfalls eine beliebte Option am besten unparfümierte Produkte verwenden. Aloe Vera wächst mit Sicherheit in dem einen oder anderen heimischen Garten oder auf dem Balkon – der Saft der Heilpflanze ist entzündungshemmend, kühlend und feuchtigkeitsspendend, ziemlich exakt das, was eine von Rasurbrand betroffene Haut braucht. Achtung bei frischer Aloe – Fleckengefahr! Ansonsten ist es nie verkehrt, ein Aloe VeraGel im Haus zu haben, die möglichen Einsatzgebiete sind breit gefächert. Meistens im Haus oder besser im Kühlschrank hat man auch Quark, der in Form einer Packung kühlende Linderung verschaffen kann. Fetthalige Cremes sollten bei Rasurbrand tunlichst vermieden werden – sie verstopfen die Poren und tragen somit eher zur Verschlechterung bei.

Hätten Sie es gewusst? Weitere Vermeidungsstrategien

Abgesehen davon, dass man einen Rasurbrand durch wohlüberlegtes Rasieren vermeiden kann, entscheidet auch die “Zeit danach” über dessen Auftreten. Denken Sie daran, auf Kleidung zu verzichten, die an den frisch rasierten Stellen reibt – oder planen Sie soviel Zeit ein, dass Sie Ihrer Haut eine Bekleidungspause direkt nach der Rasur genehmigen können. Sport ist übrigens tabu im Anschluss an die Rasur, erst recht, wenn er mit starker Transpiration verbunden ist ergo schweißtreibend. Der salzige Schweiß irritiert die Haut, was Rasurbrand begünstigt.