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Hochempfindlich und zart wie ein Libellenflügel – das ist neuro-sensible Haut. Immer mehr Menschen leiden unter diesem Hauttyp. Die Haut als Sensibelchen? Wer unter neuro-sensibler Haut leidet, muss genau aufpassen, was er auf die Haut aufträgt, denn dieser Hauttyp erfordert eine besondere Pflege. Wir erklären die Ursachen für neuro-sensible Haut und zeigen dir, wie du am besten damit umgehst.

Die Haut als Diva

Viele von uns kennen sich bestens mit empfindsamer Haut aus: Schließlich leiden 30 bis 50 Prozent der Frauen unter einem solchen Hauttyp. Das bedeutet, unser größtes Organ führt sich als Diva auf, zickt rum, wenn du neue Produkte ausprobierst und quält dich mit Trockenheit, Rötungen und Pickeln, obwohl du alles richtig zu machen scheinst. Meist ist dafür eine Störung der Hautbarrierefunktion die Ursache. Empfindliche Haut ist nervig aber nichts im Vergleich zu neuro-sensibler Haut. Neuro-sensible Haut steht eine Stufe über der empfindlichen Haut und gehört zu den schwierigsten Hauttypen überhaupt. Doch was ist neuro-sensible Haut eigentlich genau?

Was ist neuro-sensible Haut?

Die Haut juckt und spannt, glüht regelrecht bei Temperaturwechseln, wird trocken und gereizt? Dann leidest du vielleicht unter neuro-sensibler Haut. Neuro-sensible Haut beschreibt einen Hauttyp, der hyperempfindlich ist und auch auf harmlose Umwelteinflüsse stark reagiert, sich rötet und juckt. Pflegemittel und Kosmetika tun der Haut dann nicht gut, denn die vielen Inhaltsstoffe darin reizen die Haut zusätzlich und können sogar zu allergischen Reaktionen und Entzündungen führen.

Gesichtsreinigung für sensible Haut

Gerade im Winter neigt neuro-sensible Haut vermehrt zu Reizungen und Spannungen. Trockene, schuppige, gerötete und irritierte Hautstellen sind dank starker Temperaturwechsel vorprogrammiert. Wenn dann noch eine unausgewogene Ernährung, Stress und Hormonumstellungen dazu kommen, wird die Haut zu einem echten Problem.

Überempfindliche und zart-besaitete Haut

Der Grund für diese Überempfindlichkeit sind die Nervenfasern in der äußersten Hautschicht, der Epidermis. „Neuro“ kommt von dem griechischen Wort „neuron“, was zu Deutsch „Nerv“ bedeutet. Diese reizbaren Nerven in der Epidermis sind sehr empfindlich und reagieren stärker auf jegliche Reizungen. Hinzu kommt, dass die Hautbarriere bei neuro-sensibler Haut extrem geschwächt ist. Der Schutz der Haut liegt folgerichtig flach, denn ohne eine funktionierende Barriere verliert die Haut Feuchtigkeit und sie ist den Umwelteinflüssen schutzlos ausgeliefert. Schadstoffe dringen nahezu ungehindert in die Haut ein – Irritationen und Entzündungen sind die Folge.

Dabei reagiert nicht jeder mit diesem Hauttyp auf alle Auslöser gleich. Deshalb ist es so wichtig eine individuelle und differenzierte Behandlung anzustreben. Denn auch neuro-sensible Haut kann man in den Griff bekommen: durch spezielle Pflegeprodukte, eine gesunde Ernährung und Entspannung.

Was neuro-sensibler Haut zu schaffen macht

Für die meisten Menschen stellen sind die kein Problem dar – für Menschen mit neuro-sensibler Haut sind sie jedoch Auslöser für starke Hautreaktionen. Die fehlende Schutzfunktion und die reizbaren Nervenfasern machen die neuro-sensible Haut besonders anfällig für folgende Auslöser:

    1. Allgemeine Umwelteinflüsse wie Wärme und Kälte, Wind und Temperaturschwankungen
    2. Äußere Faktoren wie die Inhaltsstoffe in deiner Kosmetika, im Waschmittel, sowie generell ein ungesunder Lebensstil
    3. Mechanische Faktoren wie Reibung der Haut (z.B. durch Peelings)
    4. Psychische Faktoren wie Stress oder starke emotionale Belastungen

Gesichtspflege für sensible Haut

Wie erkennst du neuro-sensible Gesichtshaut?

Wer unter neuro-sensibler Haut leidet, wird sicherlich die eine oder andere Beeinträchtigung bereits bemerkt haben. Ganz allgemein unterscheidet man bei neuro-sensibler Haut zwischen sichtbaren und unsichtbaren Symptomen. Sichtbare Symptome sind etwa trockene und schuppige Hautstellen oder generell irritierte und gerötete Haut sowie Ekzeme und Entzündungen, die sich zu solchen Krankheiten wie Rosazea entwickeln können. Diese Symptome sind hauptsächlich der gestörten Schutzbarriere der Haut geschuldet.

Zu den unsichtbaren Symptomen zählen Empfindungen wie Brennen oder Jucken. Wenn du herausfinden möchtest, ob deine Haut hyperempfindlich ist oder „nur“ empfindsam, kannst du beim Dermatologen einen Test – die Corneometrie – durchführen lassen. Dabei wird der Wassergehalt der Haut ermittelt.

Erste Hilfe bei neuro-sensibler Haut – die richtige Pflege

Wenn die Haut bei eigentlich harmlosen Umwelteinflüssen direkt reagiert, sich rötet und unangenehm juckt, hat das negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und damit auf unsere Lebensqualität. Aber es gibt einiges, dass du tun kannst, um deine neuro-sensible ´Haut zu beruhigen und den Symptomen vorzubeugen. Besonders wichtig hierbei ist die richtige Hautpflege: Diese sollte der Haut unbedingt viel Feuchtigkeit zukommen lassen. Pflegeprodukte mit Hyaluron- oder Milchsäure eignen sich dazu besonders gut, denn sie die helfen dabei Wasser zu binden und in der Haut zu speichern. Weil die Hautbarriere gestört ist, musst du die Haut nicht nur mit Wasser versorgen, sondern auch darauf achten, eine ausreichende Pflege mit Lipiden zu gewährleisten. Durch die intakte Hautbarriere fehlt es der Epidermis nämlich nicht nur an Wasser, sondern auch an Fettsäuren. Lipide oder Fette sorgen für eine glatte und geschmeidige Haut und sind essentiell für den Schutz der Haut vor Bakterien oder Infektionen. Suche dir Produkte auf Öl- oder Linolsäure-Basis aus, um dieses Manko auszugleichen.

Gesichtsmasken für sensible Haut

Zuletzt solltest du Pflege- und Beautyprodukte nutzen, die möglichst arm an Inhaltsstoffen sind, die die Haut irritieren könnten. Dazu gehören Düfte, Alkohol oder chemische Zusatzstoffe. Verzichte auch auf chemische Peelings wie eine Fruchtsäurebehandlung oder physikalische Peelings. Das oberste Ziel muss es immer sein die Epidermis zu stärken und sie nicht zusätzlichen Angriffen auszusetzen.

Mit der richtige Pflegekombination aus Feuchtigkeit und Lipiden hast du bereits eine super Voraussetzung für eine ausgewogene Haut. Um dein größtes Organ noch mehr zu unterstützen, solltest du auf einen gesunden Lebensstil achten: Vitamine, Mineralstoffe und gesunde Fette sowie ausreichend Wasser gehören in jede gesunde Ernährung. Alkohol und Zigaretten sollten in Maßen konsumiert werden und wenn du dann auch auf Entspannung (zum Beispiel durch Meditation oder Yoga) und genügend Schlaf achtest, hast du eine optimale Grundlage geschaffen deine Haut zu beruhigen und zu verbessern.

Neuro-sensible Haut ist eine Herausforderung, aber mit den obigen Pflegetipps kannst du diese Herausforderung gut meistern. Wichtig ist, sich die eigene Hautbeschaffenheit und den eigenen Hauttyp klarzumachen, den eigenen Körper zu kennen und auf dieser Basis Pflege und Ernährung anzupassen. Dann belohnt deine Haut dich mit weniger irritierten und geröteten Stellen und einem insgesamt frischeren und schöneren Aussehen.