Foto von Mateusz Dach von Pexels

Besonders momentan, ist Plastik ein großes Thema auf dem gesamten Planeten. Leider ist das billige Kunststoffmaterial besonders bei Verpackungen heutzutage kaum mehr wegzudenken und mit sogar 38 Kilogramm Plastik, der jährlich im Müll landet, sind wir Deutschen sogar auf Platz 1 in ganz Europa. Keine Auszeichnung, auf die wir stolz sein sollten, denn der Großteil kann nicht wiederverwertet werden, sondern landet auf dem Müll, oder wird verbrannt. Mittlerweile haben viele Menschen sich angewöhnt beim Kauf vom Lebensmitteln darauf zu achten, eher zu unverpackten Produkten zu greifen und auch ihre eigenen Tragetaschen mitzunehmen, um auf unnötigen Plastik zu verzichten. Doch ganz besonders bei der Körperpflege im Bad fällt eine Menge Müll an. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwierig im Bad ohne Plastik auszukommen.

Mit etwas Kreativität und umweltfreundlichen Produkten, kann man sich viel Plastikmüll einsparen. Wir haben die besten Tipps hier für euch gesammelt, um gemeinsam einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Los geht’s!

Zahnbürsten die nicht Plastik hergestellt werden

Dieses Plastikprodukt kommt direkt mehrfach täglich zum Einsatz und ist ein absolut nicht wegdenkbarer Gegenstand in jedem Badezimmer. Elektrische Zahnbürsten mit austauschbaren Köpfen reduzieren zwar den Müll, sind aber auf Dauer auch keine ideale Lösung, da sie ebenso bedenkliche Stoffe enthalten. Eine super Alternative, die zudem auch umweltfreundlich ist, sind Zahnbürsten aus Holz, oder Bambus. Bambus ist zusätzlich sogar von Natur aus antibakteriell, wodurch sich keine unangenehmen Bakterien in der Bürste sammeln können. Eine etwas ungewöhnlichere Alternative sind Miswak-Bürsten. Diese enthalten Vitamin C, Silicium, Calciumsulfat, Gipskristalle, Tannine, Saponine, Chloride und Anteile von Fluoriden. Damit sind die Hölzchen echte 2-in-1-Produkte und liefern zusätzlich eine Art natürliche Zahnpasta direkt mit. Die Zweige kommen aus Afrika und Persien und werden leider allerdings bislang, aufgrund von Hygienegründen und zum Erhalt der optimalen Frische, nur in Plastiktütchen vertrieben. Umweltfreundlicher als die herkömmlichen Plastikzahnbürsten ist diese Alternative aber dennoch und die Transporttütchen kann man auch aufbewahren und für einen anderen Zweck wiederverwenden.

Plastikfreie Zahnpasta

Wer gerne auch die Verpackung der Zahnpasta aus seinem Bad verbannen möchte hat mehrere Möglichkeiten, die zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit aber super Alternativen sein können. Schon mal etwas von Zahnputztabletten gehört? Wird oft und gerne auch unter Reisenden genutzt, denn die Drops werden einfach im Mund zerkaut und dann kann man auch schon mit der angefeuchteten Zahnbürste drauf losputzen. Es bildet sich ein gewohnter Schaum, denn man ganz normal am Ende ausspülen kann. Eine weitere Möglichkeit ist die feste Zahnpasta am Stiel, die auf den ersten Blick an einen Lolli erinnert. Die Zahnbürste wie gewohnt anfeuchten, über den Block streichen und schon kann es losgehen. Auch Zahnputzpulver, welches in Glasflächen verkauft wird kann eine super Möglichkeit sein. Wer etwas kreativer werden möchte, kann sich seine Zahnpasta auch einfach selbst zusammenmischen. Zahlreiche Rezepte findet man je nach Belieben und Geschmacksrichtung im Internet, oder sogar vorgefertigte Mischungen in Bio- oder Unverpacktläden.

Kosmetikpads aus natürlichen Rohstoffen

Egal ob Abschminktücher aus der Plastikverpackung, oder Kosmetikpads, beides sind Wegwerfprodukte die sowohl als Produkt selbst, als auch durch ihre Verpackung viel Müll verursachen. Mittlerweile gibt es super viele Alternativen, um auch auf solche Produkte verzichten zu können und sie durch nachhaltigere Optionen zu ersetzen. Wiederverwendbare Reinigungspads aus Baumwolle beispielsweise stellen eine tolle Möglichkeit dar und können nach gebraucht ganz easy ausgewaschen werden. Wer Spaß am Basteln hat kann sich die Pads aus alten Kleidungsstoffen sogar selbst nähen und so, mit ganz individuellen Formen und Mustern spielen.

Wattestäbchen aus Naturmaterialien

Wattestäbchen sind auch zu einem absoluten Allrounder geworden. Egal ob zum Reinigen der Ohren, oder zum Korrigieren von Makeup und Wimperntusche, die kleinen Helfer sind aus kaum einem Badezimmer wegzudenken. Aber auch hier gibt es umweltfreundlichere, plastikfreie Alternativen, zu den herkömmlichen Drogerieprodukten. Früher verwendete man den Zipfel von einem Waschlappen als Reinigungsmethode für diese Fälle, wieso nicht wieder darauf zurückgreifen? In einigen Supermärkten, oder Bioläden findet man ansonsten auch plastikfreie Ohrenstäbchen aus Naturmaterialien. Wer es minimalistisch mag, kann auch ganz einfach ein Stück Watte um das Ende eines Streichholzes wickeln und die Ohren damit dann je nach Bedarf reinigen. Die Watte kann man im Anschluss problemlos wegschmeißen und das Streichholz für den nächsten Gebrauch aufbewahren.

Haarbürste mit Naturborsten

Die Haarbürste durch eine plastikfreie Alternative zu ersetzen ist wohl die einfachste aller Möglichkeiten, um sein Badezimmer plastikfrei zu gestalten. Es gibt zahlreiche Versionen von Holzbürsten und Kämmen in allen Formen und Größen. Optisch sowieso viel schöner und mindestens genauso langlebig.

Hand und Duschseifen aus pflanzlichen Ölen

Sind wir mal ehrlich. Oft sammeln sich in unserer Dusche nach und nach immer mehr Fläschchen, teilweise angebrochen, teilweise vielleicht sogar schon leer und man weiß schon gar nicht mehr genau, was man überhaupt noch verwenden soll. Um diesem Verpackungswahnsinn zu entgehen, gibt es ebenfalls super einfache Alternativen. Feste Seifen und Shampoos, Duschgel am Stück ist eine Option, die bereits in viele Haushalte eingezogen ist. Die meisten Hersteller verzichten dabei nicht nur auf Wasser, sondern auch auf Silikone und Mikroplastik und verwenden meistens ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe. Feste Seifen sind super ergiebig, da man weniger von dem Produkt braucht, es aber dennoch genauso gut schäumt. Auch für Reisen eignen sich feste Produkte ideal, da man so keine Probleme mehr mit Flüssigkeiten im Handgepäck bekommt. Um die angefangenen Produkte gut aufbewahren zu können, gibt es extra Seifensäckchen auf Baumwolle. So schmiert nichts in der Kulturtasche und man hat die Produkte immer Griffbereit. Für die Aufbewahrung von Seife am Waschbecken oder Badewannenrand eignen sich ganz einfache Seifenschalen aus Holz. Es gibt zahlreiche Hersteller, die für wenig Geld sehr schön anzusehende Seifenschalen aus Bambus, oder anderen nachhaltigen Hölzern verkaufen. Auch hier empfehle ich einfach mal in einem Bio- oder noch besser in einem Unverpackt-Laden zu schauen.

Die Damenhygiene fällt jeden Monat über lange Jahre an und verursacht eine unglaubliche Menge an Müll. Egal ob Binden, oder Tampons, beides sind nicht nur Wegwerfprodukte, sondern auch noch doppelt und dreifach in Plastik verpackt. Jeder Tampon einzeln. Unglaublich, wenn man sich überlegt, wie viel Müll allein dadurch entsteht. Zudem sind es monatliche Ausgaben, die gar nicht mal so gering sind. Eine super Alternative, welche die Abfallmenge radikal reduziert, sind Menstruationstassen aus medizinischem Silikon. Diese sind zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man jahrelang ein anderes Produkt gewöhnt war, aber dafür langfristig einsetzbar. Wem diese Option nicht gefällt, kann auch alternativ zu plastikfreien, wiederverwendbaren Menstruationsschwämmchen, oder saugfähigen Stoffbinden greifen. Letzteres kann man sich bei Belieben sogar selbst nähen. Besonders Frauen in den 20ern greifen immer häufiger zu diesen Alternativprodukten und setzen auch so einen super Schritt, in eine plastikfreie Richtung.

Eigentlich gibt es mittlerweile für jeden Artikel im Bad eine plastikfreie Alternative. Man muss nur ein wenig die Augen offenhalten und schon wird man merken, man kann eigentlich alles mit Holz, oder anderen, umweltfreundlichen Produkten ersetzen. Egal ob WC-, oder Handtuchgarnituren, Toilettenpapier, Pflege und Kosmetikprodukte, sogar Toilettenbürsten und Badewannenspielzeug lässt sich ersetzen und sieht dabei sogar noch richtig schick aus. Wer seinen Lebensstil nachhaltig verändern und der Umwelt etwas Gutes tun möchte, hat mittlerweile wirklich mehr als ausreichend, zum Großteil wirklich einfache und schöne Möglichkeiten, dies zu tun. TIPP: Das Meiste findest du in einem Unverpacktladen in deiner Stadt, oder alternativ, easy in einem Bioladen.