Foto von Mehrshad Rajabi auf Unsplash

Milch gehört nicht erst seit gestern auf den Speiseplan der Menschen. Doch immer mehr Studien beweisen, dass Kuhmilch Hautunreinheiten verursacht. Was genau deine Ernährung mit deiner Haut zu tun hat und welche Alternativen es für eine milchfreie Ernährung gibt, zeigen wir dir im heutigen Beitrag.

Sicherlich hast du es auch schon erlebt: Du hast an einem Tag vollkommen reine Haut und am nächsten Morgen wunderst du dich über die Pickel, die aus dem Nichts auf deinem Gesicht sprießen? Oder deine Haut ist rot, fleckig und entzündet? Wer unter unreiner Haut leidet, der sollte sich immer die Frage stellen, was er am Tag zuvor gegessen hat. Denn was lange Zeit als Unsinn galt, wird heute von zahlreichen Studien bestätigt: Unsere Ernährung hat einen großen Einfluss auf reine oder unreine Haut.

Welche Lebensmittelgruppen wir vermeiden sollten, ist noch nicht vollständig klar und erforscht, aber eines steht bereits jetzt fest: Eine Ernährung, die aus einfachen Kohlenhydraten und Milchprodukten besteht, erhöht die Gefahr für unreine Haut, Pickel und andere Hautprobleme.

Produkt für unreine Haut

Aber warum ist das so? Die Haut ist unser größtes Organ – ist es da verwunderlich, dass sie von dem, was in unserem Körper landet, beeinflusst wird? Schließlich erzeugt eine fette Ernährung ja auch schädigende Ablagerungen an Herz oder Leber. Zu viel Fett führt unter anderem zu Entzündungsreaktionen und einem hohen Cholesterinspiegel. Und dennoch kam lange Zeit kaum einer auf die Idee, dass auch die Haut von unserer Ernährung beeinflusst werden könnte. Doch das ändert sich nun – immer mehr Studien zu dem Thema zeigen die Verbindung zwischen bestimmten Lebensmitteln und unreiner Haut auf. Wir erkläre euch die wichtigsten Ergebnisse.

Spaghetti, Brot und Kuchen – die schlechten Kohlenhydrate

Verschiedene Studien zeigen, dass insbesondere hoch-glykämische Kohlenhydrate und Milchprodukte unreine Haut erzeugen. Der glykämische Index zeigt an, wie stark Kohlenhydrate den Blutzucker ansteigen lassen. Einfache Kohlenhydrate – wie weißer Reis, weißes Brot, alle bearbeiteten Produkte und alles, worin Zucker ist – werden schnell vom Körper aufgenommen. Der Blutzuckerspiegel schnellt in die Höhe. Blutzuckerschwankungen und Heißhungerattacken sind nur der Anfang, wenn man sich hauptsächlich von solchen Produkten ernährt. Auch Akne ist ein Ergebnis einer solche Ernährung. Im Gegensatz dazu führt eine Ernährung mit Kohlenhydraten, die einen niedrigen glykämischen Index aufweisen – also etwa Gemüse, Vollkornprodukte oder Nüsse – weniger zu unreiner Haut. Eine Studie aus dem Jahr 2007 zeigte etwa, dass Teilnehmer, die 12 Wochen lang weniger hoch-glykämische Kohlenhydrate zu sich nahmen, reinere Haut hatten. Wer schöner sein will und strahlender Haut will, muss also zwangläufig auch die Ernährung umstellen.

Unreine Haut – eine Zivilisationskrankheit

Einfache Kohlenhydrate sind also die „Bösewichte“, die dem Körper nicht guttun – dasselbe gilt aber auch für die Kuhmilch. 2013 fand eine Studie, dass insbesondere der Verzehr von einfachen Kohlehydraten und Milchprodukten Aknesymptome signifikant verschlechterte. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Milch und hoch-glykämische Produkte ein bestimmtes Protein im Körper stimulieren. Dieses Protein führt dann vermehrt zu Entzündungsreaktionen im Körper und der Produktion von Sebum, das ja bekanntlich zu Pickeln führt.

Gesichtsmasken gegen unreine Haut

Es ist also nicht weit von der Wahrheit entfernt, wenn wir sagen, dass eine unreine Haut durchaus auch eine Zivilisationskrankheit ist – genauso wie Übergewicht oder Typ 2 Diabetes – Krankheiten, die überwiegend durch eine ungesunde Ernährung verursacht werden.

Was ist mit den Hormonen in der Milch?

Eine weitere Studie zeigte auf, das insbesondere fettarme Milch schädlich für die Haut sein kann. Warum das so ist? Fettarme Milch hat einen höheren glykämischen Index als Vollmilch und deshalb einen höheren Effekt auf unseren Blutzucker.

Tatsächlich ist die Art und Weise, wie unsere Milch heutzutage produziert wird eventuell ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Auswirkung von Milch auf die Haut. Wachstumshormone sollen nach den Wissenschaftlern hier eine Rolle spielen. Milch von schwangeren Kühen hat naturgemäß mehr an solchen Wachstumshormonen. Ebenso schädlicher könnte die Milch von Kühen sein, denen in die Futtermittel Wachstumshormone gegeben wurden. Das Perfide daran: Die Kühe geben dann mehr Milch, aber die Milch ist mit mehr Hormonen angefüllt, die schädlich für uns sein können.

Was sollten wir nun aus diesen Erkenntnissen lernen? Die Verbindung zwischen Ernährung und unreiner Haut ist nicht von der Hand zu weisen, so dass in jede Therapie gegen Akne und Co. auch die Ernährung miteinbezogen werden muss.

Alternativen zur Kuhmilch – Wege zu reinerer Haut

Klar, wir wissen schon, dass Vollkornprodukte und Gemüse für uns besser sind, als weißes Brot oder Nudeln. Wer hier auf seine Ernährung achtet, hat schon viel gewonnen, nicht nur für die Haut sondern insgesamt für die Gesundheit.

Mit Milch ist es nicht so einfach. Denn es gibt auch Milchprodukte, die gut für uns sind, wie etwa Jogurt. Was sollten wir also vermeiden? Müssen wir ganz auf Milchprodukte verzichten? Für Menschen, die an starker Akne und Hautunreinheiten leiden, ist es sinnvoll, einige Wochen lang tatsächlich auf alle Milchprodukte zu verzichten und die eigene Haut zu beobachten. Erst, nachdem die Haut besser geworden ist, kann man einige Milchprodukte wieder in den Speiseplan aufnehmen und beobachten, wie die Haut reagiert.

Für alle anderen, ist die Empfehlung Milchprodukte in Maßen zu essen. Übertreibe es nicht. Ein Jogurt ist ok, aber deine Ernährung sollte nicht hauptsächlich aus Kuhmilchprodukten und einfachen Kohlenhydraten bestehen. Hier reagiert jeder anders, also muss man auch hier genau die Haut und den Körper beobachten. Wie ein Detektiv musst du herausfinden, was deinem eigenen Körper guttut, und bei welchen Lebensmitteln die Haut direkt zu Pickeln neigt.

Als dritte Alternative: Schau dir an, was in deiner Milch drin ist. Woher kommt die Milch? Kommt sie von schwangeren Kühen? Sind zugefügte Hormone drin? All das solltest du tunlichst vermeiden.

Drei Tipps für deine Einkaufsliste

Um die Umstellung einfacher zu machen und gesündere Lebensmittel zu konsumieren, haben wir vier klein aber wirksame Tipps für dich – wenn du sie umsetzt, tust du deiner Haut einen großen Gefallen!

  1. Verzichte auf bearbeitete Milch – fettarme Milch hört sich vielleicht gut an, aber auf lange Sicht gesehen, wird deine Haut und dein Körper es dir nicht danken.
  2. Probiere andere Milcharten aus: Es gibt in allen Supermärkten mittlerweile gute Alternativen zur Kuhmilch, die von der Ziegenmilch bis zur Mandelmilch reichen. Probiere die Alternativen aus und suche dir den Milchersatz aus, der dir am besten schmeckt.
  3. Kaufe Biomilch. Auch Rohmilch aus deiner Region ist besser für dich und deinen Körper. Suche dir Bauernhöfe, auf denen die Kühe weiden können.

Wenn du deiner Ernährung ein wenig Beachtung schenkst, wirst du schnell merken, welche Auslöser oder „trigger“ deine Haut hat. Eliminierst du diese Lebensmittel dann aus deinem Speiseplan, ist das Ergebnis eine reinere Haut und ein schönerer Teint. Dafür lohnt sich der Aufwand, oder nicht?