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Sommer. Die vielleicht schönste Zeit des Jahres, der wir immer und immer wieder entgegen fiebern. Endlich sind die Tage lang und warm, die Sonne kitzelt auf der Haut, wir werden braun und freuen uns auf entspannte Abende am Stadtstrand oder im Straßencafé. Das viele Licht setzt Endorphine frei, wir strahlen, wir fühlen uns frei. Natürlich zeigen wir in diesen Tagen auch, was wir haben – mit luftigen oder knappen Tops, business-casual im Büro oder boho-verspielt beim Shoppen. Dabei sehen unsere Beine auch gerne mal das Tageslicht; immerhin muss man nicht Gisele Bündchen sein, um diese gekonnt in Szene zu setzen. Oftmals allerdings fällt es ungewöhnlich schwer, unsere Beine überhaupt zu präsentieren, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Warum? Weil sie sich so unglaublich schwer anfühlen können.

Schwere oder sogar geschwollene Beine gehören zu den Nachteilen, die die hohen Temperaturen mit sich bringen, auf die wir uns doch eigentlich so freuen. Waden und Knöchel werden dick und wir verspüren eine unangenehme, manchmal auch schmerzende Schwere. Vor allem diejenigen, die berufsbedingt viel sitzen müssen – etwa im Büro oder im Auto – sind betroffen. Je wärmer es ist und je länger wir auf der Stelle verharren müssen, desto schlimmer wird die Schwere in unseren Beinen. Von Tag zu Tag.

Leichter Stoff, schwere Beine

Ganz egal, in welcher Kleidung wir uns an heißen Tagen am wohlsten fühlen: unsere Beine können trotzdem schwer und geschwollen werden. Das liegt daran, dass sich unsere Durchblutung bei hohen Temperaturen verlangsamt. Unser Körper wird ein wenig träger. Begünstigt wird dieser Umstand von mangelnder Bewegung – gegen die wir, wenn wir arbeiten, nicht immer etwas tun können -, hormonellen Schwankungen und Dehydrierung. Im oftmals hektischen und anstrengenden Alltag geschieht es nur allzu oft dass wir nicht daran denken, auch noch ausreichend viel zu trinken. Leidet unser Bindegewebe darüber hinaus an einem Elastizitätsverlust, so sind wir besonders anfällig für schwere Sommerbeine. Egal, ob genetisch veranlagt oder altersbedingt: die nachlassende Spannkraft betrifft auch die Venenwände und Venenklappen, die eigentlich einen so genannten Blutrückstau verhindern sollen. Dann stützen die Venenwände nicht mehr ausreichend und das nach unten wandernde Blut schafft es nicht mehr in einem normalen Tempo zurück zum Herzen zu gelangen. So entstehen die unangenehmen Stauungen und Flüssigkeitsablagerungen in Füßen und Waden. Das spannt nicht nur, sondern hinterlässt langfristig auch seine Spuren. Denn so entwickeln sich sehr viel schneller Krampfadern und Besenreiser.

Natürlich wollen wir etwas dagegen tun. Denn auf diese Weise leiden wir nicht nur unter körperlichen Problemen oder ästhetischen Makeln – sondern auch mental. Um uns, Jahr für Jahr, dennoch auf einen wundervollen Sommer freuen zu können, haben wir hier vier ultimative Tipps für federleichte Sommerbeine!

Schritt 1: Aufstehen!

Klingt zu einfach, um wirkungsvoll zu sein? Ganz im Gegenteil! Bewegung ist das A und O, um unseren Kreislauf anzuregen und das Blut gleichmäßig in unserem Körper zu verteilen. Auch wenn wir gezwungen sind, den Großteil des Tages an einem Schreibtisch zu verbringen, so können wir uns doch stündlich dazu aufraffen, einfach mal aufzustehen und einige Schritte zu gehen. Aktiviert und unterstützt werden wir dabei auch von Apps oder stylischen Fitnesstrackern (etwa von Fitbit oder Garmin), die uns in regelmäßigen Abständen daran erinnern, uns zu bewegen. Dies geschieht mit einem sanften Vibrieren am Handgelenk und einer ermutigenden Nachricht. Schon 250 Schritte pro Stunde helfen, die Blutzirkulation anzuregen. Die Beine in der Zwischenzeit hochzulegen schützt dann vor einem erneuten Absacken des Blutes und somit vor neuen Flüssigkeitsablagerungen.

Schritt 2: Trinken, Trinken, Trinken

Wir alle nehmen es uns vor, doch es ist leichter gesagt als getan: genügend zu trinken. Doch Wasser – bei Hitze gilt hier je mehr, desto besser – hilft, den Stoffwechsel anzutreiben und die Durchblutung ebenfalls auf Trab zu halten. Je mehr Flüssigkeit wir zu uns nehmen, desto weniger dickflüssig ist unser Blut. Außerdem unterstützt Wasser auch die Venentätigkeit; und dies wiederum lindert und verhindert die unangenehmen Stauungen. Wer es im Alltag einfach nicht schafft, selbst daran zu denken, kann auf kostenlose Apps wie Aloe Bud (unser besonderer Tipp für das Komplettpaket Selfcare im Alltag) oder WaterMinder zurückgreifen

Wer sein – am besten gekühltes – Mineralwasser ein wenig aufpeppen möchte, kann bestens frische Zitronen- und Ingwerextrakte verwenden. Beide Früchte enthalten viel Vitamin C, Antioxidantien und Bitterstoffe und sind somit wahre Wunderwaffen im Kampf gegen schwere Beine. Der Blutfluss wird nachweislich verbessert und die natürlichen Entgiftungsprozesse des Körpers werden angekurbelt. Übrigens: Antioxidantien stärken sogar das Immunsystem.

Rezept-Tipp: Für den ultimativen Vitaminkick können Sie frischen und in Scheiben geschnittenen Ingwer mit kochendem Wasser aufgießen, bis zu dreißig Minuten abkühlen lassen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Mit frisch gepresstem Zitronensaft und wahlweise mit Eiswürfeln versehen hilft dieses Allroundtalent, Schwellungen und Spannungsgefühle in den Beinen vorzubeugen – ganz natürlich und von Innen heraus. In einer Thermosflasche schafft es dieser Wunderdrink übrigens auch mit auf die Arbeit, damit er jederzeit griffbereit ist.

Schritt 3: Low Heels statt High Heels

Es müssen nicht immer hohe Absätze sein! Flache Schuhe, vorzugsweise Sandalen mit Korkfußbett, sind der Trend des Sommers und bringen den ein oder anderen unerwarteten Vorteil mit sich. Nicht nur sind sie außergewöhnlich bequem, sie belüften unsere Füße auch und verhindern somit das unerquickliche Hitzegefühl, das sich in einem engen Schuh anstauen kann. Flache Sohlen stärken darüber hinaus die Bein- und Fußmuskulatur und wirken wohltuend auf Gefäße und Gelenke. Wer noch ein Schrittchen weitergehen möchte kann versuchen, in der Freizeit öfter mal barfuß zu laufen – im Park oder im Garten, zum Beispiel. Das ist gesund für unsere Füße, die wir so oft verstecken müssen, und rüttelt unseren Gleichgewichtssinn mal wieder wach. (Gras kitzelt übrigens auch sehr schön an den Fußsohlen!)

Schritt 4: Ab in die Eistonne

Wir müssen es ja nicht gleich mit Fußballer Per Mertesacker halten und uns, wie er bei der Weltmeisterschaft 2014 so schön gesagt hat, „drei Tage in die Eistonne“ legen – ein ausgiebiges Eisbad nach Feierabend reicht schon. Die berühmte Behandlung nach Kneipp funktioniert denkbar einfach: Eine ausreichend große Schüssel mit Eiswürfeln, Crushed Ice und kalten Leitungswasser füllen und die Füße hineinstellen. Je nach Tiefe des Gefäßes im besten Fall auch die Unterschenkel mitbaden. Dann, storchähnlich, drei bis fünf Minuten lang auf der Stelle im Eiswasser waten. Anschließend können Sie ihre Beine sorgfältig abtrocknen und nach Wunsch mit einer kühlenden Lotion einreiben – oder nach einer kurzen Ruhepause des Eisbad wiederholen.

Das Eiswasser und der extreme Kontrast zu den warmen Außentemperaturen führen dazu, dass die Gefäße sich rasch zusammenziehen. Das aufgestaute Blut wird unweigerlich in Bewegung gebracht und nach oben befördert; so lassen die unangenehmen Schwellungen sofort nach. Auch die Venenwände werden nachhaltig gestärkt und das wiederum hilft dem Körper, sich selbst zu helfen. Außerdem tut das kalte Wasser an einem heißen Tag fast so gut, wie kopfüber in den Badesee zu springen.