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Naturgewaltig, atemberaubend und ursprünglich – das sind nur drei Wörter, die die Färöer-Inseln beschreiben. Eine Reise zu den Inseln im Nordatlantik ist wie eine Reise ins Walhalla der Wikinger. Warum es sich lohnt, zeigen wir euch hier.

Eine frische, prickelnde Brise fährt einem in Nase und Gesicht, wenn man den ersten Schritt in die weite Grüne der Färöer-Inseln setzt. Hier scheint die Zeit fast wie stehengeblieben. Noch unberührt vom Massentourismus, naturnah und unverfälscht, erheben sich auf den Färöer-Inseln erhabene Landschaften. Es verwundert nicht, dass diese zu Dänemark gehörige Inselgruppe Ursprungsort für zahlreiche Mythen und Legenden ist. Die Magie steckt hier in der Natur und man spürt sie sofort. Wer vor der beeindruckenden Statue der „Robben-Frau“ auf Kalsoy steht, bekommt einen Eindruck von den zahlreichen Volksmärchen der Insel. Der Kopakonan-Legende nach sind die Männer der Insel von dieser Frau in Robbengestalt verflucht worden. Der Sage nach ist es Ihrem blutdurstigen Rachedurst zu verdanken, dass zahlreiche Männer der Insel im Meer ertrunken oder von den Klippen gestürzt sind. Der gruselige Mythos ist nur einer von vielen, die genauso zu den Färöern gehören, wie ihre atemberaubende Landschaft.

Kaum eine Inselgruppe fasziniert so sehr durch ihre Vielfalt wie die Färöer-Inseln. Denn hier entfaltet sich vor den Augen immer eine andere Landschaft und ein anderer Charme. Hier findet man steile Küsten, weite Wiesen, wilde Wasserfälle und eine immer wechselnde Vegetation, die beeindruckt. Täler und Berge wechseln sich ab und auch in tückischen Sumpfgebieten kann man hier wandeln.

Eine Tour über 18 Inseln – Grün, wohin man blickt

Die Färöer gehören zu Dänemark und liegen fast genau in der Mitte zwischen Norwegen, Schottland und Island. Abgelegen genug, als würde man sich ans Ende der Welt transportieren, aber doch mitten in Europa. Die wilde Natur und der tosende Nordatlantik machen die Inselgruppe zu einem genauso begehrten Reiseziel wie Island. Nur das hier der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat. Umso mehr ist eine Reise hierher ein besonderes Erlebnis. Wer die unberührte Natur erkundet, hat ständig das Gefühl, dass einem gleich ein Hobbit begegnen kann. Oder dass einer der berühmten Selkies aus dem Wasser steigt. Nur 50.000 Menschen leben auf den Färöern, der Großteil davon um die Hauptstadt Tórshavn. Das ist das Verlockende an den Inseln: ein Ort, an dem man ungestört in atemberaubender Natur wandern kann.

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Wer die Färöer-Inseln bereist, braucht keine Angst vor schlechten Wegen oder einem unausgereiften Straßennetz zu haben. Trotz der Abgeschiedenheit der Inselgruppe haben die Färöer bei der Vernetzung ihrer Inseln keine Kosten und Mühen gescheut. Unterwassertunnel und Fähren verbinden fast jede der Inseln miteinander und das Straßennetz auf den Inseln ist modern. Es lohnt sich hier mit dem Mietwagen auf eigene Erkundungstour zu gehen. Wer es ursprünglicher mag oder einfach etwas Besonderes erleben möchte, kann die Inseln vom Rücken eines Islandponys erkunden. Zwar bilden die Schafe auf den Inseln die tierische Mehrheit – so dass die Inseln auf Färöisch „Føroyar“, also „Schafsinseln“ heißen – doch die Islandponys stehlen ihren blökenden Nachbarn die Show. Robust und trittsicher sind sie das ideale Reisemobil, um die spektakuläre Landschaft drumherum aufzunehmen. Auch Anfänger können so schneller als zu Fuß und direkter als im Auto die Natur der Färöer ungestört erleben. Atme die reine Luft in den Tälern und lass den Blick über das Blau und Grün des Meeres schweifen. Oder erlebe einen spektakulären Regenbogen, der sich aus den Meeresfluten erhebt.

Ein Michelinstern im magischen Dreieck

Wie ein Dreieck sehen die 18 Inseln der Färöer aus, wenn man sie auf einer Karte ansieht. Die kleinste Insel heißt Lítla Dímun, die größte ist Streymoy und fast alle sind bewohnt. Es gibt sogar eine Insel, die nur von einer einzigen Familie bewohnt wird! Während die Nordinseln mit zerklüfteten Gebirgslandschaften und spektakulären Wasserfällen glänzen, bestechen die Inseln Sandoy, Skúvoy und Stóra Dímun mit einem gänzlich anderen Anblick. Hier laden weitläufige Sandstrände und Dünen zu langen wildromantischen Spaziergängen oder einem Picknick ein.

Überhaupt haben die Färöer auch Kulinarisch einiges zu bieten. Trotz der Abgeschiedenheit und der kleinen Bewohneranzahl dürfen die Färöer ein Restaurant mit Michelinstern ihr Eigen nennen. Das kleine Restaurant „Koks“ liegt malerisch gelegen auf der Insel Stóra Dímun. Wer hier einkehrt, darf sich auf Färöer Spezialitäten freuen – aus der wilden See oder von den grünen, weiten Weiden. Die Qualität der Produkte macht ihre Besonderheit aus. Das sind unter anderem lokale Fisch- und Fleischsorten, frisch zubereitet oder nach der färöischen Methode „Ræst“ konserviert. Dabei wird Fleisch oder Fisch im sogenannten „Hjallur“, einem Holzschuppen über Monate hinweg getrocknet. Die Mischung aus Seeluft und milden Temperaturen geben dem Fleisch und Fisch eine besondere, würzige Note. Das Ergebnis ist ein sehr vollmundiger Geschmack – eine Gaumenfreude, selbst für unerfahrene Restaurantbesucher. Das Koks gehört zu den besten Restaurants in ganz Skandinavien. Es gilt, sich früh einen Platz zu buchen. Wer es aber schafft einen Platz zu ergattern, darf sich auf ungewöhnliche, heimische Gerichte mit Flair und Gusto freuen.

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Von Kopenhagen aus ins grüne Paradies

Eine Reise zu diesem magischen „Dreieck“ an Inseln ist ganzjährig ein Erlebnis. Hier empfängt euch aber auch im Sommer selten mehr als 20 Grad. Dafür gibt es kaum Minustemperaturen: Auch im Winter pendelt die Temperatur von 0 bis 5 Grad. Die beste Reisezeit zu den Färöern ist aber der Früh- bis Spätsommer, in den Monaten von April bis September. Dann erwarten euch mehr Sonnenstunden und weniger Regen. Das gibt euch Gelegenheit jeden naturbelassenen Winkel dieses herrlichen Fleckchens Erde zu erkunden. Genug Zeit also, um jetzt eine Unterkunft zu mieten. Auf Airbnb findet ihr unzählige, wunderschön gelegene Hütten und Zimmer. Egal ob direkt am Meer, in einer Erdhütte oder in einem der traditionellen Holzhäuser mit Grasdach – hier findet ihr magische Orte mit herrlichem Blick auf die atemberaubenden Fjorde. Am einfachsten gelangt ihr über Kopenhagen zum Vágar Airport auf der Insel Vágar. Aber auch mit der Fähre könnt ihr die nordischen Inseln erreichen. Einmal die Woche fährt eine Fähre von Hirthals in Dänemark zu den Färöern. Übrigens: Die Färöer Inseln gehören zu Dänemark. Ihr braucht also keinen Reisepass, weil ihr euch auch auf den Färöern immer noch in der EU aufhaltet.

Einsame Täler, hohe Berge, wilde Steilküsten – die Färöer bieten einiges für einen abenteuerliche, magische Reise. Wer es naturnah und besonders mag, ist auf den Färöern gut aufgehoben.