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5 Tipps für die perfekte Rede

Egal, ob du auf einem privaten Event oder beruflich vor ein Publikum treten musst – eine Rede zu halten, ist für viele Menschen nervenaufreibend und belastend. Dabei braucht es nur ein wenig Vorbereitungen, um jede Rede unvergesslich und einprägsam zu machen. Wir verraten dir 5 Tipps, mit denen du das Lampenfieber in den Griff bekommst und die perfekte Rede hältst.

Die Kunst der guten Rede – ein kleiner Guide

Du feierst silberne Hochzeit und musst vor den Freunden und Verwandten eine Dankesrede halten? Dein Chef möchte, dass du beim nächsten Firmenevent einige Worte an die Eingeladenen richtest? Deine beste Freundin heiratet und du möchtest ihr mit einer kleinen Rede zeigen, wie sehr du dich für sie freust? Eine gute Rede zu halten, ist eine Kunst. Wie schafft man es die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer zu erlangen, wie kann man sein Publikum zum Lachen bringen statt gelangweilt in ihre Gläser zu schauen? Während es für einige Menschen spielerisch leicht ist, die Anwesenden zu bezaubern oder gar eine Rede aus dem Stegreif zu halten, ist es für andere das pure Grauen vor einer größeren Anzahl Menschen zu sprechen. Wie alles im Leben macht auch hier Übung den Meister: Je öfter du dich an das Sprechen vor größerem Publikum wagst, desto einfacher wird es dir fallen. Um die Übergangszeit einfacher zu gestalten, gibt es einige gute Strategien. Einige davon bringen wir dir hier näher.

1. Der richtige Anlass

Es gibt viele Arten von Reden und bei jeder muss man verschiedene Aspekte im Hinterkopf behalten. Hältst du eine Rede als Führungskraft oder privat auf einer Hochzeit? Begrüßt du als Gastgeber deine Gäste oder gratulierst du in einer Geburtstagsrede einem geliebten Menschen? All diese Reden haben andere Anforderungen und andere Ansprüche: Wer privat eine Rede hält, kann sich naturgemäß mehr erlauben, während die Rede auf der Informationsveranstaltung der Firma einen förmlicheren Ton erfordert. Überlege dir also vor jeder Rede, wer die Adressaten sind, wem du mit der Rede huldigen möchtest und – vor allem – wie die Erwartungen der Zuhörer sind.

Achte zum Beispiel bei einer Hochzeitsrede wie bei einer Geburtstagsrede auf einen persönlichen Bezug und auf einen fröhlicheren Grundton. Sprichst du aber im beruflichen Bereich, ist ein formeller – aber kein hölzerner – Grundton eher angebracht.

2. Die gute Vorbereitung macht‘s

Sich gut auf eine Rede vorzubereiten, scheint selbstverständlich zu sein, aber die Vorbereitung muss hier gesondert erwähnt werden, denn sie ist der erste Baustein für jede erfolgreiche Rede. Nur die wenigsten Menschen sind Naturtalente im Reden und können aus dem Stegreif eine unterhaltsame Rede halten. Der Otto-Normal-Verbraucher muss sich vorbereiten. Dazu gehört nicht nur das Schreiben der Rede selbst, sondern es müssen auch einige organisatorische Fragen geklärt werden – etwa zu welchem Zeitpunkt die Rede gehalten werden soll oder ob ein Mikrofon vonnöten und vorhanden ist. Inhaltlich gesehen gibt es zwei Dinge, die du beim Schreiben deiner Rede im Hinterkopf behalten solltest: Welches Thema hat die Rede und was willst du damit erreichen? Möchtest du deinem Lieblingsmenschen auf seiner Feier sagen, wie dankbar du für ihn bist? Möchtest du den anderen Gästen einige persönliche Noten des Jubilars offenbaren? Wenn es ein beruflicher Rahmen ist, sollte es bei der Rede um die Veranstaltung an sich gehen (Informationsveranstaltung) oder um das Unternehmen? Als Gastgeber drückst du selbstverständlich deinen Dank für das Kommen der Gäste aus. Du siehst also, wie wichtig es ist, sich über die Art der Rede Gedanken zu machen. Das macht es einfacher, zu bestimmen, was man mit seiner Rede eigentlich ausdrücken möchte – und das vereinfacht wiederum den eigentlichen Entwurf der Rede.

Zu den wichtigsten Regeln beim Schreiben der Rede gehören:

  • Persönliches bereichert die Rede. Zögere nicht persönliche Geschichten mit dem Jubilar in deine Rede einzuflechten – denke nur daran, dass der Jubilar nicht jede Geschichte vor der Verwandtschaft entblößt sehen will. Fest steht: Wenn dir kein persönlicher Bezug einfällt, bist du vielleicht nicht die richtige Person für die Rede.
  • Halte dich kurz. Studien zeigen, dass die Aufmerksamkeit der Zuhörer spätestens nach zehn Minuten abflaut. Um auf der sicheren Seite zu stehen, konzipiere deine Rede so, dass sie nicht länger als fünf bis zehn Minuten in Anspruch nimmt. Das Publikum kann zudem einfacheren Sätzen besser folgen, als komplexen Satzgebilden.
  • Zögere nicht die „Durchschnittrede“ abzuwandeln und mit überraschenden Dingen zu bereichern. Ein kleiner, aber gutgemeinter Witz lockert dich und deine Zuhörer auf. Überlege dir, wie du deine Zuhörer zum aufmerksamen Zuhören verleiten kannst.

Ist die Rede fertig, hilft gegen Lampenfieber und Nervosität nur eines: Üben, üben, üben. Falls nötig, schreibe die gesamte Rede auf und wiederhole sie so lange, bis du sie fast auswendig kannst. Danach schreibst du dir einige Stichworte auf Karteikarten, an denen du dich während der Rede entlanghangeln kannst. Keine Angst: Zu diesem Zeitpunkt wirst du die Rede schon so gut können, dass Stichpunkte allein ausreichen. Karteikarten haben zudem den Vorteil, dass du dich während deiner Rede an ihnen festhalten kannst. Viele Menschen wissen gerade vor Publikum nicht, was sie mit den Händen und Armen machen sollen.

3. Eine Atempause vor der Rede

Die Vorbereitungen haben geklappt und du stehst mit deiner Rede in den Startlöchern. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, durchzuatmen und die Rede kurz in Gedanken durchzugehen. Gerade das tiefe Atmen in den Bauch – so wie Säuglinge es tun – bringt Entspannung und lockert die Muskeln. Das wird sich während deiner Rede zeigen!

4. Der Ton macht die Musik

Ein flattriges oder zu leises Stimmchen oder ein schriller Ton können den ganzen Effekt deiner Rede zunichtemachen. Die Stimme ist ein machtvolles Instrument, mit dem man seine Zuhörer fesseln kann. Viele messen ihr nicht genügend Bedeutung ein, dabei ist es einfach, die Stimme für eine Rede gut vorzubereiten. Um den Stress während der Rede zu mindern, hilft zum Beispiel ein Bonbon zu lutschen. Halte auch ein Glas Wasser griffbereit. Eine sympathischere Stimme erreichst du, indem du deine mittlere Sprechlage findest – jener Ton, bei dem man ruhig und souverän klingt. Wie man diese erreicht? Denke an dein Lieblingsessen und summe ein „Mmmh“. Wenn du das kurz vor deiner Rede tust, hast du einen guten Grundton erreicht, der in den Ohren deiner Zuhörer angenehm klingt. Auch Gähnen, sich aufrichten (das gibt dem Zwerchfell Raum) oder etwas zu trinken helfen dabei die Stimmlage zu entspannen und die Wirkung zu optimieren.

5. Die richtige Körpersprache

  1. Wenn du stehst, stelle dich fest auf den Boden – wenn du sitzen solltest, setze dich aufrecht hin. Es ist generell empfehlenswert während einer Rede zu stehen, denn so lässt sich die Körpersprache besser variieren. So wie du auch deine Stimme ab und zu variieren solltest, hilft es die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln, wenn man an seine Körpersprache denkt: Gehe ruhig ein wenig auf und ab, halte viel Blickkontakt und sprich langsamer, als du es für nötig hältst, denn wenn wir nervös sind, sprechen wir generell schneller. All diese Dinge machen dich bei deinen Zuhörern sympathischer und auch glaubwürdiger.

Diese Tipps helfen Dir vielleicht deine eigene Angst zu überwinden und bei der Hochzeit der besten Freundin tatsächlich mit einer Rede für das Brautpaar zu glänzen. Wenn du wirklich deine Hochachtung mit einer Rede zum Ausdruck bringen möchtest, solltest du dich nicht von Lampenfieber und Nervosität abhalten lassen. Mit den obigen Tipps wirst du mit deiner Rede definitiv Erfolg haben.