Die besten Overnight-Produkte für einen guten Morgen

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Die spontane After-Work Party mit den lieben Kollegen, Serienmarathon mit dem Herzbuben, der schöne Abend beim Mexikaner um die Ecke mit fettigem Essen und zu viel Tequila-Shots oder durchtanzte Nächte mit den Mädels – Gründe, um morgens verknittert und verpickelt aufzuwachen, gibt es viele. Und selbst wer sich ordentlich abschminkt, auf geregelte Zu-bett-geh-Zeiten und ausreichend Schlaf achtet, wird nicht immer damit belohnt, am nächsten Tag super ausgeschlafen und mit einem frischen Teint aufzuwachen. Meist blinzelt uns im Spiegel eher ein Knautschgesicht mit fahler Haut entgegen. Doch zum Glück gibt es unzählige kleine und größere Helferlein, die unsere Haut wortwörtlich über Nacht zum Strahlen bringen, sodass wir den Morgen danach nicht mehr zu fürchten brauchen, sondern uns stattdessen wie nach einer ausgiebigen Schönheitskur fühlen. Und das Beste daran: wir müssen nichts tun, außer eine Nacht (darüber) zu schlafen!

Der Unterschied zwischen Tages- und Nachtpflege

Nicht nur wir, sondern auch unsere Haut hat ihren eigenen Biorhythmus. Prinzipiell sollten die Inhaltsstoffe unserer Tages- und Nachtpflege ähnlich sein, schließlich pflegen wir ja die gleiche Haut. Tagsüber befindet sich unsere Haut allerdings im Verteidigungsmodus: Ständig ist sie schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt, die von innen heraus bekämpft werden. Denkt man abends daran, was sich tagsüber alles auf unserem Gesicht angesammelt hat, wird uns bewusst, wie wichtig eine gute Grundlage ist. Make-up, Autoabgase und UV-Strahlen – all das verunreinigt unsere Haut und erzeugt freie Radikale. Diese freien Radikale sind für die sogenannte Zelloxidation verantwortlich und beeinträchtigen die Zellerneuerung. Der erste Schritt zu einem frischen Teint am Morgen ist daher, sich abends ordentlich und vor allem gründlich abzuschminken. Damit entfernen wir nicht nur alle Rückstände aus der Haut – die leichte Massage beim Abschminken stimuliert zusätzlich die Mikrozirkulation!

Nachts hingegen sind wir geschützt vor Licht und äußeren Angriffen. Die Zellen haben Zeit, sich zu regenerieren und die Schäden zu reparieren. Während wir schlafen, fährt unser Organismus also die Schutz- und Reparaturprozesse hoch. Und dabei kommt unsere Haut so richtig in Fahrt: Die Mikrozirkulation läuft auf Hochtouren, das natürliche Peeling wird gefördert, die Haut bildet mehr neue Zellen. Das hängt unter anderen mit der veränderten Hormonausschüttung im Schlaf zusammen: Bei Dunkelheit schüttet unser Gehirn vermehrt das Schlafhormon Melatonin und das Wachstumshormon Somatropin aus. Hinzu kommt: Weil sich nachts die Poren weiten und die Hautoberfläche durchlässiger wird, ist unsere Haut besonders aufnahmefähig für Pflegestoffe.

Mit Hilfe von Nachtcremes können wir die Reparatur- und Schutzmechanismen unserer Haut also gezielt unterstützen. Sie haben spezielle Aktivstoffe und Texturen, die den nächtlichen Bedingungen angepasst sind und die Haut bei der Zellerneuerung beschleunigen. Revitalisierende Wirkstoffe in Nachtcremes glätten unsere Haut, reparieren Mangelerscheinungen und wirken dem Alterungsprozess buchstäblich über Nacht entgegen. Im Gegensatz zu Tagespflege ist Nachtcreme meist reichhaltiger und damit dickflüssiger. Sie zieht langsamer ein und kann so auch länger wirken. Richtig gute Nachtpflege sollte auf jeden Fall Vitamine und Antioxidantien enthalten, die vor freien Radikalen schützen. Das sogenannte Coenzym Q10 unterstützt beispielsweise den Stoffwechsel der Zellen und schützt diese vor freien Radikalen. Auch Vitamin E hat eine antioxidative Wirkung und wirkt als natürlicher Zellschutz. Retinol hingegen ist eine reine Form von Vitamin A, das die Kollagenbildung anregt und dafür sorgt, dass die Haut elastisch bleibt. So haben kleine Fältchen am Morgen keine Chance. Hyaluronsäure wiederum spendet und bindet Feuchtigkeit. Auch Produkte mit Vitamin E und natürlichen Öle sorgen für einen frischen Glow.

 Die richtige Nachtpflege

Gerade weil Nachtcreme deutlich reichhaltiger als Tagespflege ist, sollte sie auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmt sein. Deshalb ist es unerlässlich, vor dem Kauf eines Produktes den eigenen Hauttyp zu kennen. Dieser kann mit dem Lebensalter wechseln und sich auch mit den Jahreszeiten verändern.

Wer zu fettiger Haut neigt, braucht eine leichte, fettregulierende Pflege. Salicyl- und Glykolsäure hilft gegen verstopfte Poren und wirkt zusätzlich antibakteriell. Trockene Haut dagegen benötigt eine Extraportion Feuchtigkeit und somit eine fettige, ölhaltige Creme. Die Wirkstoffe Urea und Lactat sind optimal, um den Feuchtigkeitsspeicher unserer Haut aufzufüllen und Spannungsgefühlen entgegenzuwirken. Auch normale, strapazierte Haut benötigt Feuchtigkeit und Beruhigung. Hier eignen sich Produkte mit Kamille und Ringelblume. Pflegecremes mit den Inhaltsstoffen Argan-Öl und Aloe Vera sind besonders gut für sensible Haut geeignet. Aloe Vera lindert Hautirritationen und Rötungen; Argan-Öl enthält viel Vitamin E, dass das Gleichgewicht der Haut wiederherstellt. Problematischer wird es bei Mischhaut:  man benötigt zum einen eine reichhaltige Creme für die trockenen Wangen und gleichzeitig eine leichtere Feuchtigkeitspflege für Stirn, Nase und Kinn. Paraffinfreie Nachtcremes sind auf die speziellen, weil unterschiedlichen Bedürfnisse von Mischhaut abgestimmt: sie reduzieren einerseits den Talgüberschuss und beugen so der Entstehung von neuen Hautunreinheiten vor. Gleichzeitig wirken sie feuchtigkeitsspendend und milderen Fältchen.

Manchmal sind es aber auch nur einzelne Hautpartien, die uns Sorge bereiten. Wer unter Unreinheiten leidet, greift am besten zu Pflegestiften oder Pflastern, die spezielle Wirkstoffe enthalten, die Unreinheiten austrocknen und gegen Entzündungen helfen. Wenn die Haut – während der Periode oder dem ausgiebigen Sonnenbad zum Beispiel – besonders ausgelaugt ist, tut es ihr gut, ihr mittels Intensivkur eine Art Aufbauspritze zu verpassen. Wem die Wirkung von Nachtcremes nicht intensiv genug ist, der darf gerne zu hochkonzentrierten Seren greifen. Hoch dosierte Pflegekuren enthalten mehr Aktivstoffe, die helfen, die vitalen Funktionen der Haut wirksam anzukurbeln. Sie stimulieren die Haut und zaubern einen „Neue-Haut“-Effekt. Peelings sollten auf den nächsten Tag verschoben werden, da die Haut abends empfindlicher ist. Stattdessen kann man sich und seine Haut mit einer reichhaltigen Gesichtsmaske verwöhnen. Auch die neuartigen Schlafmasken aus Asien wirken hier wahre Wunder. Sie vereinen reichhaltige Pflege mit einer leichten Textur und sind ganz einfach in der Handhabung. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Gesichtsmasken müssen die Schlafmasken nicht abgewaschen werden, sondern ziehen über Nacht ein und entfalten so ihre volle Wirkung.

 

Auch unsere Augenpartie braucht Erholung und verwöhnende Pflege. Sie zählt zu den empfindlichsten Gesichtszonen und benötigt daher ihre ganz eigene Pflege. Wer möchte, ergänzt seine Nachtpflege noch um eine ölfreie Augencreme, die zusätzlich Feuchtigkeit schenkt und so Augenringe, Tränensäcke und Krähenfüße mildert. Dafür eignen sich feine Emulsionen, die speziell für die Augenpartie entwickelt wurden, die Mikrozirkulation der Haut anregen. Der Trick liegt darin, nicht zu cremen, sondern zu klopfen. Am besten beginnt man bei den inneren Augenwinkeln und arbeitet sich dann behutsam klopfend nach außen vor.

Unsere Empfehlung

Auch Gesichts- und Körperöle enthalten Anti-Oxidantien, die Trockenheitsfältchen glätten und die Feuchtigkeitsbarriere der Haut stärken. Trägt man sie vor der Nachtpflege auf, erhöht man den Anti-Aging-Effekt.

Und was für unser Gesicht gilt, kann auch für die Haut am Körper nicht falsch sein. Denn auch sie regeneriert sich während wir schlafen. Allerdings ist Körperhaut weitaus weniger empfindlich und damit auch weniger anspruchsvoll als unsere Gesichtshaut. Hier reicht eine gute Schicht Körpercreme oder –lotion, die über Nacht einziehen kann. Trockene Bereiche am Ellenbogen oder an den Knien können mit der oben erwähnten Hautpflege mit Urea behandelt werden.

Überhaupt gibt es etliche Stellen, die wir gerne mal vernachlässigen: Die Haut an und hinter den Ohren beispielsweise ist sehr zart und verliert schnell ihre Spannkraft, wodurch kleine Falten sofort sichtbar werden. Auch die Haut an Hals und Dekolleté sollte unbedingt bei der Nachtpflege miteinbezogen werden. Durch Kissen und einer seitlichen Schlafposition entstehen unschöne Knitterfalten. Und auch die Haut auf den Lippen ist besonders dünn und freut sich deshalb über eine Portion reichhaltige Pflege. Übrigens sollte man auch die Haut oberhalb der Lippe nicht vergessen, um senkrechten Lippenfalten vorzubeugen.

Gesichtsmasken

Alle hier genannten Tipps gelten prinzipiell für beide Geschlechter. Allerdings ist Männerhaut im Allgemeinen eher dicker und somit robuster als die Haut von Frauen. Außerdem neigen Männer vermehrt zu hormonell bedingten Hautunreinheiten. Es gibt daher spezielle Produkte für Männer, die auf deren Hautpflegebedürfnisse abgestimmt sind. Nachtpflege für Männer regt beispielsweise die Durchblutung der Haut an, ohne diese übermäßig zu stimulieren. Auch trägt Nachtcreme für Männer dazu bei, Alterungserscheinungen vorzubeugen.

Der ultimative Tipp für ein frisches Aussehen lautet aber natürlich immer noch: viel trinken! Auch vor dem Schlafen gehen. Am besten Wasser. Oder ungesüßten Tee. Das gleicht den – zum Beispiel durch zu viel Alkoholkonsum entstandenen – Flüssigkeitsmangel aus. Vor allem nach durchzechten Nächten müssen Mineralien und Vitamine wieder aufgefüllt werden, die dem Körper durch die alkoholbedingte Entwässerung entzogen wurden. Denn ohne ausreichend Flüssigkeit in unseren Zellen, bringen auch die teuersten Nachtcremes nichts.

Author: Jasmin Winter

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