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Kennst du das? Du hast ellenlange To-Do-Liste, dein Schreibtisch quillt über mit Post-Its und obwohl du den ganzen Tag herumgehetzt bist, hast du deine Aufgaben nicht einmal ansatzweise erledigen können? Der Tag mag zwar 24 Stunden haben aber irgendwie scheint die Zeit doch nie auszureichen. Ein grundlegendes Problem dabei: ständig beschäftigt zu sein und dabei nicht produktiv zu sein. Dem kannst du mit dem „Bullet Journaling“ ein Ende machen, denn das Organisation- und Planungstool ist dein großer Helfer, um alles – von den täglichen Aufgaben bis zu deinen Jahreszielen – zu verwirklichen.

Ein Notizbuch, das mehr kann

Vom US-amerikanischen Designer Ryder Carrol entwickelt und ausgefeilt, ist das „Bullet Journal“ Kalender, To-Do-Liste, Notizbuch, Tagebuch und Sketchbook in einem – je nachdem, was man damit erreichen will. Tatsächlich ist die große Adaptabilität des Bullet Journaling sein größter Vorteil: Hier gibt es keine vorgegebene Struktur, an die man sich halten soll und die dann doch irgendwie nicht zu einem passt. Das Bullet Journal kannst du ganz nach deinen eigenen Bedürfnissen gestalten – ein DIY-Kalender, der alles umfasst, was du WIRKLICH brauchst. Und weil du diesen Kalender selbst entwickelst, hilft dir das System dabei, Ordnung und Struktur in deine Planung zu bringen. Es hilft dir dabei mit weniger mehr zu erreichen.

Weg von Apps, hin zu Papier und Bleistift

Das Geniale am Bullet Journaling ist, dass du dafür nicht viel brauchst: Ein Notizbuch und ein Stift reichen für den Anfang vollkommen aus! Mit diesen beiden Elementen kannst du dein Bullet Journal individuell gestalten. Dabei gibt es einige Bausteine, die du einbauen kannst – aber immer darfst du selbst entscheiden, wie du dein Bullet Journal anlegst. Das Schöne dabei: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Im Netz gibt es zahlreiche Beispiel für Bullet Journal-Seiten, eine schöner als die andere und Designs, bei denen man sich etwas abschauen kann. Aber keine Angst: Wenn dir das zu viel Arbeit ist oder du nicht daran interessiert bist selbst kleine Zeichnungen anzufertigen, bist du mit einem einfachen Design in fünf Minuten startbereit.

Vielleicht glaubst du, dass es sich nicht unbedingt zeitsparend anhört, wenn man sich selbst hinsetzen muss, um ein Notizbuch zu kreieren? Das Gegenteil ist der Fall –Tatsächlich ist die Zeit, die man in das Bullet Journal investiert eine sehr gute Investition, da man sich unter anderem genau überlegen muss, welche großen und kleinen Aufgaben man in den Kalender aufnimmt. Fünf bis zehn Minuten reichen aus, um etwa eine Wochenübersicht anzulegen. Zeit, die es sich lohnt, zu investieren. Die Planung wird gerade deshalb vereinfacht, weil man das Bullet Journal so individuell gestalten kann.

Elemente des Bullet Journals

Wie du dein Bullet Journal anlegst, ist ganz dir überlassen: ob aufwändig mit Handlettering oder schnell und schlicht, kreativ oder minimalistisch – die Entscheidung liegt ganz bei dir. Wir zeigen euch hier eine Reihe von Bausteinen, die Ryder Carrol entwickelt hat, und von denen entweder alle oder auch nur einige sinnvoll für eurer persönliches Bullet Journal sein können. Zu Anfang kann es eventuell ein wenig dauern, bis man sich in das System eingefunden hat, aber einmal verinnerlicht, kann man das System einfach und ohne großen Aufwand abwandeln. Das ist der große Vorteil des Bullet Journals: hier gibt es keine vorgedruckten Blätter und Strukturen, an die man sich halten muss, sondern jede neue Seite ist eine neue Chance, deine Planung so zu bauen, dass sie für dich optimal ist und funktioniert.

Um mit dem Bullet Journaling zu beginnen, musst du nicht auf das neue Jahr warten. Man kann jederzeit damit anfangen und wir empfehlen euch genau das zu tun, damit ihr sofort in von den Pluspunkten des Bullet Journaling profitieren könnt.

Traditionell besteht das Bullet Journal aus einigen Bausteinen, die als ein Grundgerüst fungieren. Dieses Grundgerüst kannst du aber so anpassen, wie es für dich am besten passt. Aus den folgenden Elementen kannst du folglich alle oder nur einige für dein persönliches Bullet Journal anlegen.

  1. Index

Auf den ersten Seiten deines Bullet Journals kannst du den Index anlegen – das ist das Inhaltsverzeichnis. Dieses füllst du mit jeder Seite, die du später anlegst mit der Seitenzahl. So weißt du sofort, wohin du blättern musst, wenn du zum Beispiel die Tagesplanung für den Januar suchst.

2. Jahresübersicht

Nach dem Index kannst du deine Jahresübersicht aufstellen. Diese ist besonders hilfreich, wenn man den Überblick über zum Beispiel Geburtstage oder Projekte haben will, die mehrere Monate in Anspruch nehmen. Auch Urlaube und Unternehmungen oder Events, die langfristig geplant sind, finden hier einen Platz.

3. Future Log

Der Future Log ist gerade im Bullet Journal ein sehr hilfreiches Tool, denn hier hast du die Möglichkeit dir Termine einzutragen, die noch in weiter Ferne sind sowie Ziele zu notieren, die du dir für das Jahr gestellt hast. Gerade im Bullet Journal, bei dem man Monats- und Wochenübersichten nach und nach anlegt, ist der Future Log besonders wichtig. Er dient auch als motivierendes Tool, denn wenn du hier aufschreibst, welche Ziele du dir vorgenommen hast, bleiben sie im Vordergrund deines Geistes und unbewusst wirst du die Dinge in Angriff nehmen. Wenn dir Ziele für ein ganzes Jahr einzutragen, zu viel erscheint, kannst du dir auch kurzfristigere Ziele in deine Monatsübersicht eintragen.

4. Monatsübersicht

Eine Doppelseite deines Bullet Journals kannst du für die Monatsübersicht anlegen. Hier hast du mehr Platz als im Jahreskalender und kannst ausführlichere Notizen aufschreiben. Wenn du diese Seiten zu Anfang jedes Monats anlegst, rufts du dir alle wichtigen Termine, Ziele und To-Do‘s nochmal in Erinnerung. Das hilft dir dabei die Aufgaben organsierter anzugehen. Ein weiterer Vorteil der Monatsübersicht ist, dass du alles auf einen Blick erfassen kannst. Zum Beispiel kannst du auf einer Seite den ganzen Monat mit allen Terminen anlegen und auf der gegenüberliegenden Seite reichlich Notizen machen für alles, das wichtig ist und dir nicht entfallen darf.

  1. Wochenübersicht

Die Wochenübersicht folgt auf die Monatsübersicht und geht noch mehr ins Detail: Hier kannst du genaue Uhrzeiten eintragen, deine Wochentage überschauen und planen oder die Woche thematisch unterteilen (zum Beispiel in Arbeit, Projekte und Haushalt). Auf diese Seiten kannst du dir detaillierte To-Do-Listen für die gesamte Woche oder für jeden Tag anlegen.

  1. Tagesübersicht

Statt der Wochenübersicht, kannst du auch direkt einen sogenannten Daily Log, also eine Tagesübersicht, anlegen. Das hängst ganz von deinen Vorlieben ab. Wenn du es liebst, ins Detail zu gehen, ist die Tagesplanung vielleicht etwas für dich. Wenn dir ein Wochenplan ausreicht, kannst du den Daily Log auch weglassen.

  1. Der „Key“

Der „key“ oder die Legende hilft dir dabei unterschiedliche Aufgaben entsprechend zu markieren. Dabei könnt ihr euch an dem System orientieren, das Ryder Carrol geschaffen hat oder ihr kreiert eure eigene Legende. Ein einfacher Punkt steht bei Ryder Carrol zum Beispiel für eine Aufgabe, ein „x“ für eine erledigte Aufgabe und das Größer-alsZeichen (>) bedeutet, dass du die Aufgabe verschiebst. Es macht Spaß selbst Symbole bestimmten Bedeutungen zuzuordnen. Probier es einfach aus und du wirst schnell einen key finden, der zu dir passt.

  1. Persönliche Elemente

Hast du dir aus den obigen Elementen ein Grundgerüst für das Bullet Journal angelegt, gibt es noch weitere Variationen, die du in dein Journal aufnehmen kannst – und diese sind interessant und abwechslungsreich und garantiert nicht in einem herkömmlichen Kalender zu finden. Zu diesen gehört unter anderem der sogenannte „Habit Tracker“, Seiten mit Reiseerinnerungen, Sammlungen und diverse Listen wie zum Beispiel Packlisten. Eine Ideenseite oder auch eine Seite mit inspirierenden Zitaten – die Möglichkeiten sind endlos.

Besonders der Habit Tracker ist unter den Bullet Journal-Freunden sehr beliebt: Dieser hält Gewohnheiten fest, etwa in einer Tabelle oder in einer Reihe von Kästchen, von denen eines für jeden Tag des Monats steht. Wenn man es sich zum Beispiel zur Gewohnheit machen will jeden Tag zwei Liter Wasser zu trinken, kann man an den erfolgreichen Tagen ein Kästchen ausmalen. So sieht man den Fortschritt grafisch und das kann äußerst motivierend sein: Hat man einmal eine Reihe von Kästchen ausgemalt, möchte man keine Lücken in der Reihe und setzt so die Gewohnheit leichter fort.

Du bist der Herr über deine Planung

Bei all den Elementen, die wir dir vorstellen, ist eines wichtig zu beachten: Du benutzt nur das, was du für dich als wichtig und gut erachtest. Du hast keine Lust auf ein Inhaltsverzeichnis? Lass es einfach weg. Ein Daily Log ist dir zu aufwändig? Streich es. Hier gibt es kein richtig oder falsch und keine Regeln. Wichtig ist nur, dass du dein Bullet Journal so anlegst, wie es für dich optimal ist.

Dabei musst du gerade am Anfang viel ausprobeiren. Wenn dich dein Habit Tracker eher demotiviert, weil du deine Gewohnheiten nicht einhalten kannst, schmeiß ihn raus. Willst du eine Seite mit Urlaubserinnerungen anlegen oder eine Liste mit Weihnachtsgeschenken – nur zu! Am Ende weißt du selbst am besten, wie dein Bullet Journal dich am besten unterstützt. Das ist das Schöne am Bullet Journaling – jede Seite ist zu Anfang ein leerer Ort für deine Kreativität, Struktur und Ideen. Jeden Monat oder jede Woche kannst du ein anderes Design ausprobieren, eine neues Element dazu nehmen oder ein anderes herauswerfen. Das Bullet Journal ein lebendiges Instrument sein – ganz so wie dein eigenes Leben immer im Fluss ist.