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10 Stunden geschlafen und trotzdem schlapp? Wer ausreichend Schlaf bekommt und sich dennoch ständig ausgelaugt fühlt, der muss die Ursache für seine Erschöpfung an anderer Stelle suchen. Doch warum fühlen wir uns trotz Schlummer müde? Wir zeigen dir die häufigsten Ursachen für die Dauermüdigkeit.

Normalerweise sind wir nur dann müde, wenn wir zu wenig geschlafen haben. Eine durchfeierte Nacht, ein Arbeitspensum mit langen Tagen und kurzen Nächten oder ein zahnendes Baby – sie alle sind Quellen für Übermüdung oder Zerschlagenheit. Doch was ist, wenn wir trotz seligem Schlummern während der Nacht morgens immer noch völlig zerschlagen und ermattet aufwachen? Warum wollen wir so oft nach einer „erholsamen“ Nacht direkt weitere acht Stunden weiterschlafen, wenn wir nur könnten?

Feststeht: Müdigkeit trotz genug Schlaf ist ein Zeichen dafür, dass etwas im Körper nicht stimmt. Nur deshalb fühlen wir uns schläfrig, abgespannt und schwach, wenn wir krank sind. Wenn uns Viren heimsuchen, dann sind nicht nur Schnupfen, Husten und Heiserkeit die Folgen, sondern auch Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Im Tandem suchen sie uns heim und legen uns flach. Forscher haben herausgefunden, dass die Immunabwehr des Körpers die Innere Uhr dämpft. Das wiederum bewirkt ein größeres Schlafbedürfnis. Diese Ruhepausen braucht der Körper auch, um sich erfolgreich zu regenerieren. Auch Menschen mit einer chronischen Erkrankung sind häufig von Dauermüdigkeit betroffen – und das beeinträchtig die Lebensqualität enorm.

Wer unter ständiger Müdigkeit leidet, sollte also unbedingt als Detektiv in eigener Sache Ursachenforschung betreiben. Denn vermutlich steckt ein Defizit, Mangel oder sogar eine Krankheit hinter der Dauermüdigkeit. Welche Ursachen am häufigsten mit diesem Zustand der schwunglosen Mattheit einhergehen, haben wir für dich aufgelistet.

Müde durch Blutarmut

Ständige Erschöpfung kann einen ernsten Hintergrund haben: Blutarmut. Im Fachjargon Anämie genannt, leiden hierzulande immerhin rund 12 Prozent an zu wenig roten Blutkörperchen im Blut. Das sogenannte Hämoglobin ist aber enorm wichtig, denn es bindet den Sauerstoff im Blut. Zu wenig rote Blutkörperchen in unserem Blut bewirken also, dass unsere Zellen zu wenig Sauerstoff aufnehmen. Das hört sich genauso bedenklich an, wie es ist. Zum Glück ist die häufigste Ursache für Anämie ein Mangel an Eisen – rund 80 Prozent aller Anämien gehen auf einen Eisenmangel zurück. Vor allem Frauen und Vegetarier gehören hier zu der Risikogruppe. Ohne Eisen ist die Blutbildung erschwert, denn der Vitalstoff ist ein Bestandteil des Hämoglobins. Ein Eisenmangel lässt sich aber relativ unproblematisch beheben: mit der richtigen Ernährung.

Wer die Symptome eines Eisenmangels bei sich bemerkt – dazu gehören neben der Müdigkeit etwa auch Kopfschmerzen oder Herzklopfen – der kann am besten mit der Ernährung entgegensteuern. Natürlich enthält insbesondere rotes Fleisch viel Eisen – aber auch in Milch und Eiern findet sich das Spurenelement. Vegetarier oder Veganer können dem Eisenmangel auch mit Vollkornprodukten, Haferflocken, Spinat oder Hülsenfrüchten begegnen. Wie wäre es mit einem Power-Frühstück mit Haferflocken, Milch und Obst? Das ist nicht nur lecker, sondern hilft auch bei der Eisenaufnahme. In Kombination dazu sind Lebensmittel mit einem hohen Vitamin C-Gehalt optimal. Denn sie helfen dabei, dass der Körper das Eisen besonders gut aufnehmen kann.

Du willst dem Eisenmangel lieber mit Eisenpräparten an den Leib rücken? Das lieber nur in Absprache mit dem Arzt, denn eine Überdosierung an Eisen kann sehr schwerwiegende Folgen haben.

Schlapp durch Schlafapnoe

Eine erholsame Nachtruhe geht mit einem tiefen Schlummer ohne nächtliches Aufwachen einher. Manchmal erinnern wir uns aber nicht daran, nachts aufgewacht zu sein und wundern uns darüber, dass sich der Körper am nächsten Tag wie gerädert anfühlt. Gerade die Schlafapnoe ist eine der häufigsten Ursachen für eine starke Müdigkeit am Tag. Wer unter Schlafapnoe leidet, hat mehrere Atemaussetzer während des Schlafes. Das passiert, weil die Muskeln des Gaumens im Schlaf erschlaffen und die Luftwege verschließen. Der Betroffene kann dann bis zu zwei Minuten lang ohne Sauerstoff sein. Das hört sich nicht nur gruselig an, sondern ist auch extrem schädlich für den Köper. Durch die ausbleibende Atmung gelangt zu wenig Sauerstoff in den Körper. Der versucht sich zu wehren, indem er den Betroffenen kurzzeitig aufweckt. An diese kurzen Aufweckmomente können wir uns morgens dann meist nicht mehr erinnern.

Wenn du nun meinst die Schlafapnoe betrifft nur schwergewichtige Männer, liegst du falsch. Auch Kinder können davon betroffen sein und Frauen in der Menopause sind ebenfalls gefährdet. Experten schätzen, dass bis zu 6 Millionen Menschen in Deutschland unter Schlafapnoe leiden. Wer morgens verschwitzt, mit trockenem Mund und Kopfschmerzen aufwacht, und zudem lautstark schnarcht, kann eventuell unter den Atemaussetzern leiden. Klar, dass die Schlafapnoe keinen geruhsamen Schlaf zulässt. Es ist also eine gute Idee, sich bei obigen Symptomen mal vom Arzt durchchecken zu lassen!

Matt durch den Lebenswandel

Es muss nicht immer ein Mangel an Vitalstoffen oder eine ernstzunehmende Krankheit sein, die die ständige Übermüdung hervorruft. Auch kleine Dinge tragen erheblich zu ständiger Erschöpfung bei. Wenn du an diesen kleinen Stellschrauben drehst, dann wirst du dich schnell erholter und fitter fühlen! Wie bei fast allem, was den Körper betrifft, hat gerade die Ernährung einen hohen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Wer nicht genügend trinkt oder zu viel Fastfood konsumiert, darf sich nicht über einen matten Körper wundern. Auch das Glas Rotwein am Abend kann Einfluss auf deine Nachtruhe haben. Das hört sich erstmal paradox an. Schließlich trinken viele das Glas Wein am Abend als Einschlafhilfe. Tatsächlich entspannt Alkohol den Körper wirklich und das Einschlafen gelingt somit besser. Aber im Laufe der Nacht nimmt dann das Drama seinen Lauf: Wir müssen auf die Toilette oder brauchen ein Glas Wasser, denn Alkohol wirkt harntreibend und macht durstig. Letzteres wird auch Nachdurst oder Alkoholbrand genannt. All das beeinflusst die Qualität unseres Schlafes – wir wachen häufiger auf und die Nachtruhe ist dahin. Also verzichte lieber auf Alkohol als deinen Schlummertrunk!

Dasselbe gilt für Fast Food oder Junk Food: Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index haben Auswirkungen auf deinen Blutzuckerspiegel. Dieser schwankt dann stark und dass wiederum führt zu einem Teufelskreislauf aus Heißhunger und Erschöpfung. Setze lieber auf eisenhaltige und gesunde Lebensmittel. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Und zu guter Letzt ein bekannter Tipp: Trinke ausreichend Wasser. Ein dehydrierter Körper hat Schwierigkeiten das Blut durch den Körper zu pumpen. Die Müdigkeit ist vorprogrammiert. 2 Liter pro Tag lautet die Richtlinie, aber du kann auch einfach eine Formel anwenden, um genau zu wissen, wieviel du mindestens trinken solltest. Multipliziere dazu einfach dein Körpergewicht mit 0,03.

Wenn du andauernd müde bist versucht dein Körper dir etwas zu sagen. Höre auf ihn und gehe deiner ständigen Müdigkeit auf den Grund. Diese Tipps sind ein guter Anfang.