Mikroplastik in Kosmetik – so belasten wir die Umwelt

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Müll trennen und Recycling sind für uns schon lange kein Thema mehr. Auch Wasser und Strom zu sparen, das wird den meisten von uns von klein auf beigebracht. Inzwischen stellen wir auch mehr und mehr vom wegwerfbaren Coffee to go Becher aus Pappe oder Plastik um auf unseren wieder verwendbaren Thermo Becher, den wir morgens brav mit zum Coffee Shop nehmen und auffüllen lassen. Denn ein Bewusstsein für die Umwelt – das haben die meisten von uns schon.

Umweltbewusst sind die meisten von uns schon – doch was ist mit Mikroplastik?

Sensibilisiert durch schreckliche Bilder von vermüllten Stränden und Flüssen, durch die Abholzung des Regenwaldes und den erhöhten CO2-Ausstoß der Menschen achten wir so gut es geht darauf, zur Zerstörung der Umwelt so wenig wie möglich beizutragen. So geht es zumindest mir. Lieber mal eine halbe Stunde zu Fuß gehen als immer gleich das Auto zu nehmen, das tut ja auch einem selbst gut und nicht nur der Umwelt.

Verstecktes Mikroplastik in Kosmetik schadet den Ozeanen

Doch bei all unserem Umweltbewusstsein hinken wir in einer Sache ziemlich hinterher. Denn wenn wir einen Blick in unsere Bad- und Spiegelschränke werfen, die bis zum Rand voll sind mit Cremes, Tiegelchen, Döschen und Beauty Produkten, dann könnte den Umweltschützern in uns eigentlich Hören und Sehen vergehen. Denn: Die meisten unserer Beauty- und Pflege- Produkte enthalten gefährliches Mikroplastik. Dabei ist das gar nicht notwendig. Mit der richtigen Auswahl von Produkten können wir den Anteil von Mikroplastik in unserer Beauty Routine drastisch reduzieren und so ohne großen Aufwand unsere Weltmeere schonen.

Mikroplastik in Kosmetik – das hat es mit dem schädlichen Inhaltsstoff auf sich

Was ist nun also dieses Mikroplastik, von dem man in letzter Zeit immer häufiger hört und das sich vor allem in unseren Kosmetik- Produkten verstecken soll? Ja, das „verstecken“ ist genau das Problem mit Mikroplastik. Denn es ist überall in unserem Alltag, und meistens merken wir gar nichts davon. In unseren Beauty- und Pflegeroutinen taucht es überall auf, ohne dass wir etwas davon ahnen. In der Zahnpasta steckt es, natürlich in unseren Body Scrubs und Peelings, in allerlei Cremes und Körperpflege vom Shampoo bis zum Rasiergel. Und natürlich auch im Make up, etwa in unserer Mascara, im Lippenstift und auch in Puderprodukten ist Mikroplastik enthalten.

Winzig kleine Partikel von Mikroplastik stecken in fast allen unseren Produkten

In einer Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland wurde herausgefunden, dass eine Tube Peeling genügt, um etwa 2,8 Millionen winzig kleine Kunststoff- Teilchen in unsere Meere zu befördern. Die mikroskopisch kleinen Teilchen sind also wirklich verheerend für unsere Umwelt, denn sie sind synthetischer Natur und können vom natürlichen Ökosystem Ozean nicht abgebaut werden – genau wie die unzähligen Plastiktüten, die unsere Meere verschmutzen.

So erkennst du Mikroplastik in der Kosmetik – checke deine Produkte

Bei einem Blick auf die Verpackung unserer Kosmetikprodukte verstehen wir meistens nur Bahnhof. Deswegen ist es nicht so leicht, Mikroplastik in den Produkten auf Anhieb zu erkennen und sie gleich wieder ins Regal zu stellen. Denn auf der Inhaltsstoffliste steht ja nicht Mikroplastik. Sondern Begriffe wie Polyethylen, Polypropylen und Nylon-12. Dass sie in den Produkten landen, hat natürlich einen Grund – nicht einfach so, um die Umwelt zu verschmutzen, das ist ja klar. Die Mikroplastik Bestandteile haben in der Kosmetik viele Funktionen. Sie helfen bei der mechanischen Reinigung der Haut (etwa in einem Peeling), sie geben dem Produkt eine angenehme, weiche und fließende Konsistenz, sie verleihen Beauty Produkten Glanz oder sind für die Bindung anderer Inhaltsstoffe verantwortlich. Von den Gesichtspeelings, die untersucht wurden, enthielt ein Drittel Polyethylen. Das Problem ist also in der Kosmetik allgegenwärtig.

Darum ist Mikroplastik so gefährlich für die Umwelt

Kunststoffe, das wissen wir bereits, können unterschiedlichste Größen und Formen annehmen. Wenn wir von Mikroplastik sprechen, dann meinen wir natürlich keine Plastiktüte. Sondern man bezeichnet mit dem Begriff alle synthetischen Polymere, die nicht größer als 5 Millimeter sind. Ihre geringe Größe ist dabei auch der Quell ihrer Gefahr. Sie werden, wenn sie ins Abwasser gelangen, nämlich aufgrund ihrer geringen Größe nicht von unseren Kläranlagen aus dem Wasser gefiltert. Dadurch gelangen sie in unser Trinkwasser und dadurch auch in unsere Meere. Das Ende vom Lied: Als Umweltgift schwemmen die Mikroplastik Teile auf der Oberfläche unserer Ozeane. Meereslebewesen nehmen die Plastikteile unweigerlich in ihrer Nahrung mit auf und werden durch die Schadstoffe krank und sterben. Je kleiner die Mikroplastik Teile sind, desto gefährlicher sind sie für die Lebewesen der Meere. Durch die Nahrung oder die Atmung gelangen die Schadstoffe in den Körper, lösen Entzündungen aus und bringen Verdauungstrakt und Fortpflanzung durcheinander. So gerät nach und nach das gesamte Ökosystem des Ozeans durcheinander. Über den Fischfang gelang das Mikroplastik dann letztendlich auch wieder in unsere Nahrungskette. Welche Auswirkungen das Mikroplastik auf den Menschen und seine Gesundheit hat, das ist bisher noch umstritten. Ausreichende wissenschaftliche Studien liegen zu diesem kontroversen Thema bislang noch nicht vor.

So lösen wir das Mikroplastik Problem in unserer Kosmetik

Das Problem mit Plastik in unseren Meeren wird zwar nur zu einem geringen Teil von Mikroplastik beeinflusst. Doch die Maßnahmen zur Reduzierung von Mikroplastik sind schneller und einfacher umzusetzen. Schon seit 2017 ist es etwa in den USA per Gesetz verboten, Mikroplastik in Kosmetik herzustellen. Ab Juli 2018 dürfen sie nicht mehr verkauft werden. In Deutschland gibt es so eine Gesetzesregelung bisher nicht. Doch einige Kosmetikhersteller haben sich freiwillig selbst dazu verpflichtet, keine Mikroplastik in ihren Produkten zu verwenden. Zahnpasta mit Mikroplastik ist schon so gut wie weg vom deutschen Markt. Denn es ist gar nicht so schwer, Mikroplastik in den Rezepturen der Kosmetik zu ersetzen. Cellulose ist zum Beispiel als Bindemittel getestet und überprüft worden. Nicht nur seine Eigenschaften können sich sehen lassen. Es ist auch besonders günstig, frei von Geruch und Geschmack und außerdem eine pflanzliche Alternative.

Nach und nach werden bessere Alternativen zu Mikroplastik entdeckt

In der Forschung werden allmählich immer bessere Alternativen zu Mikroplastik erforscht. Sie haben genau so gute Eigenschaften wie das Mikroplastik in der Kosmetik, sind aber biologisch abbaubar. Viele Kosmetikfirmen, vor allem im Bereich Naturkosmetik, stellen ihre Rezepturen nach und nach um und verzichten auf Mikroplastik. Denn dank der mittlerweile immer besser wirkenden pflanzlichen und abbaubaren Alternativen gibt es eigentlich gar keinen Grund mehr, Mikroplastik noch zu verwenden!

Author: Tanja Stephan

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