Makeup-Wunderwaffe Kabuki

Wunderwaffe Kabuki

Ein gutes Makeup steht und fällt mit den richtigen Pinseln. Denn Kosmetikpinsel machen das Auflegen von Makeup nicht nur hygienischer, sondern auch ebenmäßiger und langanhaltender. Mit den passenden Pinseln spart man sogar Zeit und Geld, da man weniger Produkt für ein tolles, ebenmäßiges Ergebnis braucht.

Doch welche Pinsel braucht man?

Eine oft unterschätzte Wunderwaffe unter den Pinseln ist der Kabuki. Dabei eignet sich diese Pinselart zum Auftrag von vielen unterschiedlichen Arten von Makeup. Ob Mineral Makeup, flüssiges Makeup oder Creme Makeup – der Kabuki ist ein echtes Multitalent. Doch er kommt nicht nur perfekt mit verschiedenen Konsistenzen zurecht, sondern zaubert auch, je nach Anwendungsart, unterschiedliche Endergebnisse von natürlich-dezent bis ausdrucksvoll-dramatisch. Hier haben wir alle Infos zu diesem Alleskönner gesammelt.


WOHER KOMMT DER KABUKI?shutterstock_253790470

Der Name Kabuki kommt aus dem japanischen und bedeutet, übersetzt ins Deutsche, „Gesang und Tanz“. Er geht zurück auf eine traditionsreiche Theaterform aus Japan
aus dem 17. Jahrhundert. Dieses bürgerliche Schauspiel zog sich meist über den ganzen Tag, es wurde gegessen und getrunken, und war ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis. Die Schauspieler tragen hierbei ein auffälliges Makeup mit starker weißer Grundierung und roten Zierelementen. Das Reispuder, welches dem Gesicht die weiße Farbe verlieh, wurde großzügig mit einem kurzstieligen, fest gebundenen Pinsel aufgetragen – dem Kabuki-Pinsel.

Der Kabuki Pinsel findet heute immer mehr begeisterte Anwender. Charakteristisch für ihn ist der kurze, stämmige Stiel und die Dichte der Pinselhaare, wobei diese entweder rund- oder flachgebunden sind. Rundgebundene Kabukis eignen sich für präzisere, detailliertere Arbeiten, während die flachgebundenen Kabukis durch ihre größere Fläche eher für die großflächige Anwendung, zum Beispiel für den Auftrag von mattierendem Gesichtspuder, gedacht sind.

Der Kabuki bringt durch seine Eigenschaften entschiedene Vorteile. Seine dichte Bindung verhindert das „Verschlucken“ von Produkt – was mit dem Pinsel aufgenommen wir, landet auch wirklich auf dem Gesicht, und nicht im Pinsel. So spart man Zeit und hat länger etwas von seinem Lieblingsprodukt. Des weiteren überzeugt der Kabuki durch seine weichen Pinselhaare, die einen ebenmäßigen Auftrag ermöglichen und dabei sanft zur empfindlichen Gesichtshaut sind.

Die Kabukis gibt es mit natürlichen oder synthetischen Haaren. Pinsel mit Naturhaar werden vor allem für mineralische und pudrige Makeups verwendet, während sich die Synthetikpinsel besser zum Auftrag von flüssigem Makeup oder zum feuchten Puderauftrag eignen, denn das synthetische Pinselhaar ist nicht porös und absorbiert keine Flüssigkeiten. Das Naturhaar hingegen kann das pudrige Mineral Makeup besser aufnehmen und wieder abgeben.

Ein weiterer Vorteil ist der meist kurze Stiel. Durch ihn bleibt der Pinsel handlich und nimmt auch auf Reisen nur wenig Platz im Kosmetiktäschchen.

TIPP! Inzwischen gibt es Kabukis aber auch mit langem Stiel, zum Beispiel von Jean D’Arcel, je nach persönlicher Präferenz.

 

WIE VERWENDET MAN DEN KABUKI?

Ursprünglich wurden Kabukis für den Auftrag von pudrigen Konsistenzen wie Mineral Makeup gebraucht. Doch auch andere Makeup Arten lassen sich hervorragend mit dieser Pinselart auftragen. Hier die wichtigsten Anwendungsgebiete:

MINERAL MAKEUP 

Um Mineral Puder Makeup zu verwenden wie ein professioneller Makeup-Artist, eignet sich am besten ein flachgebundener Kabuki. Das Mineral Makeup (z.B. das „One Touch Moisture Minerals“ von Horst Kirchberger) wird mit dem Pinsel aufgenommen und überschüssiges Puder leicht im Deckel abgeklopft. Anschließend trägt man das Puder in leichten, klopfenden Bewegungen auf dem Gesicht. Idealerweise arbeitet man in mehreren, dünnen Schichten, bis man seine ideale Deckkraft erreicht hat. So erreicht man ein natürlicheres Ergebnis und optimalen Tragekomfort.

TIPP! Wer die Deckkraft seines Mineral Makeups verstärken möchte, kann seinen Kabuki vor der Verwendung leicht anfeuchten.

FLÜSSIGES MAKEUP

Perfekt für flüssiges Makeup ist der rundgebundene Kabuki von Horst Kirchberger. Um die Nutzfläche des Pinselkopfes gleichmäßig mit Produkt zu benetzen, sollte man das Makeup nicht direkt auf die Pinselhaare, sondern vorher auf den Handrücken geben. So ist auch gewährleistet, das man nicht aus Versehen zuviel aufträgt und das Makeup „zugespachtelt“ wirkt. Auch hier ist die Devise: in mehreren, dünnen Schichten arbeiten. Durch den Rundschnitt ermöglicht euch der Kabuki auch gezielteres Arbeiten, um auch schwierige Stellen, zum Beispiel um die Nase herum, gut zu erreichen. Seine weichen Haare ermöglichen ein perfektes Verblenden, um das Makeup mit der Haut verschmelzen zu lassen.

TIPP! Trockene Hauttypen können ihre flüssige Foundation mit einer kleinen Menge eines Feuchtigkeitsfluids mischen, um ihr Gesicht den ganzen Tag frisch und gepflegt strahlen zu lassen.

CREME UND CAMOUFLAGE MAKEUP

Vor allem bei Braut Makeup wird oft auf Creme und Camouflage Makeup gesetzt, dass sich vor allem durch eine starke Deckkraft und seinen sehr langen Halt auszeichnet.

Creme und Camouflage Makeup findet sich meist in kleinen Döschen. Das Produkt kann entweder direkt mit dem Pinsel aufgenommen werden, oder, um es hygienischer zu machen, vorher mit einem Spachtel entnommen und dann vom Handrücken aus auf den Pinsel gegeben werden. Auch hier kann es sich lohnen, seinen Kabuki anzufeuchten, denn so kann man das eher feste Makeup leichter auftragen und verblenden. Durch seine stark deckende Eigenschaft und dicke Konsistenz kann Camouflage Makeup die Haut austrocknen. Deshalb sollte die Haut vorher gepeelt und ausgiebig mit Feuchtigkeit versorgt werden, zum Beispiel mit der Gesichtspeeling.

TIPP! Die Fixierung ist bei diesem Makeup Typ besonders wichtig. Am besten hierfür eignet sich ein loses, transparentes Gesichtspuder, dass großzügig aufgetragen wird und erst nach kurzem Warten verblendet wird.

ROUGE UND BRONZER

Auch Rouge und Bronzer lassen sich wunderbar mithilfe von Kabukipinseln auftragen. Hierbei gilt wieder die gleiche Regel: Bei Creme- und Flüssigrouge sollte man einen Pinsel mit synthetischen Haaren verwenden, bei Puderrouge und Bronzer greift man auf Naturhaar zurück. Da es punktuell aufgetragen wird, eignen sich die Kabukis mit „runder Frisur“ besser. Am einfachsten ist es, nur die obere Spitze des Pinsels leicht mit Produkt zu benetzen und in sanften, kreisenden Bewegungen zu arbeiten. Beim Auftrag hilft es, sich entlang des Wangenknochens zu orientieren.

TIPP! Zu viel Rouge oder Bronzer aufgetragen? Ein leichtes Verblenden mit dem Kabuki, der für die Grundierung verwendet wurde, dämpft die Farbe und zeichnet kleine Fehler weich.

 

WORAUF MUSS MAN BEIM KAUF ACHTEN?

FORM

Wer sich nun auch so einen Alleskönner zulegen möchte, sollte beim Kauf einige Kriterien beachten. Wer gerne mit langstieligen Pinseln arbeiten, sollte überlegen, sich auch einen Kabuki mit Stiel kaufen.

MATERIAL 

Auch die Wahl der Borsten spielt eine Rolle. Wer hauptsächlich mit pudrigen Produkten arbeitet, sollte auf Naturhaar zurückgreifen – unentschlossene wählen am Besten einen synthetischen, der beide Aufgaben erfüllen kann, jedoch kleine Abzüge beim Handling von Puder mit sich bringt.

BINDUNG

Rund oder flach? Groß oder klein? Die Auswahl ist gigantisch, jedoch ist es wichtig zu bedenken, welche Aufgaben der Kabuki erfüllen soll. Je größer die zu bearbeitende Fläche, desto größer sollte auch der Pinselkopf sein.

Fazit: Der Kabuki zeigt sich als echtes Multitalent und wertet jede Pinselsammlung durch seine vielfältigen Funktionen auf. Besitzt ihr bereits eine dieser „Wunderwaffen“?

Sonnige Grüße aus Mainz,

Ida

 

Bilder: Shutterstock

Author: Ida Neuberger

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