Herrenparfum: Wie riecht Mann im Herbst?

Herrenparfum Herbst 2015

Die Auswahl an exklusiven Parfums wird auch im Parfumherbst 2015 nicht kleiner. Ganz im Gegenteil. Viele neue Düfte gesellen sich jedes Jahr zu den etablierten Duftklassikern unter den Herrendüften. Doch wie wählt Mann das passende Herrenparfüm aus? Im Blogbeitrag begeben wir uns heute auf die Suche nach den männlichen Dufttypen und geben Tipps, wie Duftenthusiasten den richtigen Duft für die kalte Zeit des Jahres aufspüren.

Kopfüber in den Flakon – wie ist ein Herrenparfum aufgebaut?

Die meisten Düfte orientieren sich nach wie vor an der klassischen Duftpyramide, die Parfümeure schon seit jeher als Bauplan für Düfte heranziehen. Sie besteht aus drei Duftphasen, die, aufeinander abgestimmt, die harmonische Gesamtkomposition eines Duftes ergeben. Die Duftnoten, die man beim Aufsprühen direkt wahrnimmt sind üblicherweise die Essenzen der Kopfnote. Hier finden sich meist intensive, aber auch schnelllebige Aromen wieder. Meist frische Duftnoten, Zitruselemente oder leichte Blütendüfte sind es, die die Kopfnote ausmachen. Nach einigen Minuten klingt die Kopfnote etwas ab und macht den Weg für die Herznote frei, die den größten Raum eines Parfums für sich beansprucht. Die langanhaltenden Aromen der Herznote sind haltbarer als ihre Nachbarn aus der Kopfnote und meist aromatischer, blumiger oder würziger Natur – je nach Herrenparfum. Zuletzt entfaltet sich nach einiger Zeit die Basisnote, die am längsten anhält und über Stunden hinweg an der Haut haftet. Duftstoffe können sich über lange Zeit auf jeder Haut unterschiedlich entfalten. So ist der Gesamteindruck eines Parfums oft von dieser langlebigen Basis abhängig, die sich über lange Zeit entfaltet und sehr individuell wahrgenommen wird. Oftmals sind es „schwere“ Essenzen, die in der Basisnote Verwendung finden, etwa Moschus, Amber, Oud oder holzige Noten.

Im Herbst und Winter darf es ruhig etwas mehr sein – starke Herrendüfte wärmen im Winter

Frische und auf die Kopfnote konzentrierte Düfte und spritzige Eau de Colognes sind etwas für den Sommer, das dürfte auf der Hand liegen. Mit fallenden Temperaturen und zurückgehenden Sonnenstunden darf es olfaktorisch für die Herren ruhig etwas mehr sein. Schwerere Düfte und orientalische Parfums – bei diesen Worten geht nicht jedem Herren das Herz auf, sind doch zu moschuslastige Parfums oder insgesamt zu schwere Düfte für einige eine erdrückende Vorstellung. Denn, auch das ist klar, das richtige Herrenparfum ist auch immer eine Frage des Typs. Obwohl im Winter intensivere und wärmere Duftnoten gefragt sind, gibt es keinen Universalduft für Herren, der sie olfaktorisch durch die dunklen Jahreszeiten begleitet. Und natürlich gibt es nicht nur Moschus und Leder, wenn es um die „schwereren Geschütze“ unter den Duftnoten gibt. Welcher Typ braucht also welchen Duft?

Die Coolness in Person – Vetiver

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Keineswegs ein langweiliges Gras – hinter seinem unscheinbaren Aussehen verbirgt Vetiver einen unendlich vielfältigen Duft

Vetiver gehört zwar, in strengen Duftkategorien gedacht, eigentlich zu den Hölzern und Moosen, ist jedoch eigentlich ein Gras. Der Duft des in sumpfigen Flussbetten in besonders warmen Klimazonen beheimateten Grases ist aromatisch und grün, gar zitronig, hält aber auch eine dunkle Seite bereit, die sich besonders in Kombination mit den darauf abgestimmten Duftnoten zeigt: Ambra und Leder etwa. Obwohl es ein Gras ist, dessen Öl aus den Wurzeln gewonnen wird, ist Vetiver ohne Zweifel eine orientalische Duftnote. Doch es steht etwas zwischen den Stühlen, wenn man so will: Vetiver ist eben auch erdig und erfrischend, mit kühlender Wirkung. Das qualifiziert Vetiver zum perfekten Duftbaustein für coole Typen, die mit allzu süßen und opulenten Parfums nichts zu tun haben wollen.

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Cool bleiben – mit Vetiver Parfum (1) Ombre Indigo von Olfactive Studio, ab 79 Euro bei meinduft.de (2) Nononsense 3 von Nico Uytterhaegen, 50 ml, 89 Euro bei meinduft.de

Kombiniert man Vetiver mit anderen, holzigen oder rauchigen Noten, kommt seine dunkle Seite zum Vorschein und betört die Sinne. So etwa im Herrenduft Ombre Indigo von Oflactive Studio. Hier ist das Vetiver in der Herznote gepaart mit Leder und Weihrauch, die alles in allem rauchig ist, aber ohne zu viel Wärme auskommt, die viele mitunter als erdrückend wahrnehmen könnten. Safran und Pflaume in der Kopfnote bieten zudem eine spritzige Komponente, die perfekt in kalte Jahreszeiten passt. So werden die Sinne angeregt, ohne auf typische Verdächtige wie Zitrone oder Bergamotte als Auffrischer zurückzugreifen. Ein innovatives Herbstparfum für coole Typen, die frische Düfte mögen. Aber auch die geliebte Frische von Bergamotte und Zitrusessenzen kann im Winter gut in einem Parfum funktionieren. Kombiniert man diese Kopfnoten-Klassiker mit Vetiver und einer warmen Basisnote wie etwa Patschuli, ergibt das eine intensive Duftmischung, die frisch ist, ohne Kälte auszustrahlen. Diese gekonnte Duftkomposition gelingt etwa Nico Uytterhaegen in seinem Herrenduft Nononsense 3.

Harte Schale, weicher Kern – Leder Düfte als stilvolles Accessoire für modebewusste Herren

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Verleiht nicht nur Jacken, Schuhen und Geldbörsen eine stilvolle Note – Leder ist auch in der Parfumwelt Garant für Klasse und Eleganz.

Leder zählt seit jeher zu den aufregendsten Duftnoten in Herrenparfums. So intensiv und dennoch voller Sanftheit strahlt Leder im Parfum Ruhe, Natürlichkeit, aber auch Sinnlichkeit aus. Im Parfum steht Leder jedoch keinesfalls für den natürlichen Geruch der Tierhaut selbst. Vielmehr entstand die Tradition des Lederparfums, als Hersteller von Lederhandschuhen ihre Produkte mit Ölen, Moschus und Ambra einrieben, um den eigentlich unangenehmen Eigengeruch des Leders zu überdecken. Die damals aufgekommene Mischung an Duftölen charakterisieren wir auch heute noch als Lederduft. Da der Lederakkord in einem Parfum zumeist ein Gemisch aus verschiedenen Duftnoten ist, gibt es nahezu grenzenlose Möglichkeiten, ein Parfum mit Lederduft zu kreieren.

Leder, Leder oder Leder: Vielfältige Herrenparfums mit ledrigen Noten

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Lederdüfte: die ultimative Mischung aus Maskulinität und Sinnlichkeit (3) French Leather von Memo Paris, 75 ml, 185 Euro, meinduft.de (4) Galaad von Lubin, 100 ml, 145 Euro, meinduft.de

Ledernoten können sowohl warm und sanft als auch blumig oder rauchig wirken. Je nachdem, welche Noten man ihnen zur Seite stellt, entfaltet Leder eine einzigartige Wirkung. Die französische Manufaktur Memo widmet dem duftenden Tiermaterial gleich eine ganze Kollektion. In French Leather vereint Memo Paris Parfum einen Wildleder-Akkord mit harzigen Noten und setzt kühles Vetiver warmem Moschus entgegen. Blumige Würze aus Rosen und Salbe versteckt sich derweil im Herzen, wird mit rosa Pfeffer und Wacholderbeeren im Kopf noch einmal fortgesetzt. Die Kombination aus Frische und Wärme, aus Würzig und Blumig macht French Leather zu einem ausbalancierten und facettenreichen Duft für Männer und Frauen, den stilbewusste Männer als geschmackvolles und modisches Accessoire zu schätzen wissen werden.

Eine rauchig-ledrige Note, die noch intensiver ist als die von French Leather, verbirgt sich im goldenen Flakon von Lubin Galaad. Der üppige Duft wartet mit Oud, Atlaszeder und Tabaknoten in der Basis auf, deren trockene Würze durch die balsamische Herznote komplementiert und ausgeglichen wird. Ein modischer Duft, geprägt von süßen und würzigen Noten. Kein typischer Alltagsduft, aber eine gelungene Komposition, die sinnlich und warm ist, ohne zu überwältigen.

Alles Schall und Rauch? – Rauchige Düfte für einen mystischen Auftritt

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In einem Parfum verheißen rauchige Noten alles andere als Zigarettenaroma – Rauchige Noten geben Herrendüften eine mysteriöse und spirituelle Aura, die die Sinne betört.

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Rauchige Düfte sorgen für geheimnisvolle Ausstrahlung (5) Dreckig bleiben von Atelier PMP, 50 ml, 120 Euro, meinduft.de (6) Kinski Fragrance von Kinski, 100 ml, 135 Euro, meinduft.de

Rauchige Düfte sind etwas für Männer, die sich etwas trauen, die geheimnisvoll wirken wollen und die mit ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung ihre Mitmenschen in ihren Bann ziehen. So eine Ausstrahlung unterstreicht etwa der moderne Duft Dreckig bleiben von Atelier PMP. Rauchige Öle beherrschen die Herznote und geben dem Duft so einen balsamischen und warmen Charakter. Erdige Holznoten in der Basis geben dem langlebigen Duft seine wärmende Qualität, die sinnlich wirkt, ohne zu benebeln. Rauchiger Duft kann aber auch anders aussehen. Etwas Ausgefallenes haben sich zum Beispiel die Parfümeure hinter dem Klaus Kinski Parfum gewagt: Harzige und ledrige Noten werden durch rauchiges Cannabis-Aroma ergänzt.

Wers rauchig und mysteriös mag, muss aber nicht unbedingt gleich zu so Extravagantem greifen. Klassische Weihrauchdüfte oder Tabaknoten sind klassischere Noten, nach denen Fans von rauchigen Düften die Augen aufhalten können. Die ganze Palette unserer Düfte können Parfumfans auf meinduft.de im Onlineshop nach Duftfamilien gefiltert durchsuchen. So wird die Palette vielfältiger Düfte zumindest etwas eingeschränkt. Wer unentschlossen ist, dem seien Probeabfüllungen empfohlen. Denn erst, wenn man einen Duft etwas Zeit gibt, sich auf der Haut zu entwickeln, kann man seinen wahren Charakter erkennen und so lernen, ob ein Duft wirklich der richtige ist.

Wir drücken die Daumen bei der Suche nach dem richtigen Duft für Herbst und Winter.

Liebe Grüße aus Mainz

Eure Karolin

Author: Karolin Fischer

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1 Kommentar

  1. Toller Artikel, French Leather muss ich unbedingt mal ausprobieren, die Noten klingen sehr attraktiv. Generell finde ich, dass Leder immer eine sehr starke maskuline Aura bringt, muss aber auch in der Komposition stimmen und darf nicht zu künstlich riechen. Ambra-lastige Düfte passen auch hervorragend in die kühlere Jahreszeit. 🙂

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