Fitness-Hype EMS-Training: 9 Fakten

Fitness-Hype-EMS-Training

Schlank, fit und durchtrainiert in 20 Minuten – so viel verspricht das EMS-Training. (EMS = elektronische Muskelstimulation). Die vielversprechenden Ergebnisse sollen durch elektrische Impulse im Körper angeregt werden. Was hat es mit dieser besonderen Trainingsform auf sich und lohnt sich das Training mit den „Elektroschocks“ wirklich? Wir haben recherchiert. Jetzt die wichtigsten Fakten übers EMS-Training im Blogbeitrag lesen!

  1. Was ist das EMS-Training?

Das Elektrostimulations-Training (kurz: EMS) ist eine besondere Form des Krafttrainings, für die man allerdings weder Hanteln noch Fitnessgeräte braucht. Die Muskeln werden stattdessen mit Reizstrom stimuliert und zum Wachsen angeregt. Der oder die Trainierende wird dabei an ein spezielles EMS-Gerät angeschlossen, das über die besondere Funktionskleidung die elektrischen Impulse in alle wichtigen Muskelgruppen des Körpers leitet. Die Impulse werden von einem Trainer überwacht und reguliert, während die Sportler bestimmte Übungen ausführen, etwa Sit ups oder Squats. Bei dieser Form des stimulierenden Trainings werden die Muskeln durch die externe Stimulation deutlich effektiver trainiert und wachsen schneller als beim konventionellen Krafttraining, so die Prämisse.

  1. Woher kommt die Trainingsmethode EMS?

In der Physiotherapie und im Reha-Sport hat sich das Training mit elektronischer Muskelstimulation schon lange bewährt. Nach Verletzungen zum Beispiel kann man mit den Impulsen die geschwächten Muskeln gezielt wieder zum Aufbau anregen oder einem möglichen Muskelschwund vorbeugen. Profisportler haben das EMS-Training zur Steigerung ihrer Leistung ebenso für sich entdeckt. Beim EMS-Training für „normale“ Fitnessfans wird nun eben nicht mehr nur eine bestimmte Muskelgruppe stimuliert, sondern alle großen Muskelgruppen bekommen „ihr Fett weg“. Je nach Übung kann der Trainer gezielt die Intensität der Stimulation in Brust, Bauch, Beinen oder Po regulieren, um den gesamten Körper effizient zu trainieren, ohne ihn zu überfordern.

  1. Wie funktioniert das EMS-Training?

Die Elektroimpulse des EMS-Geräts werden über die elektrisch leitenden Anzüge an und in die Muskeln geleitet. Jeder der Stromstöße dauert etwa vier Sekunden, bevor vier Sekunden lang eine Pause eingelegt wird. Bei jedem Impuls führt man eine Übung durch – eine, die möglichst mehrere Muskelgruppen auf einmal anspricht. Die Kontraktion der Muskeln wird durch die Impulse des EMS-Gerätes verstärkt, sodass die Muskeln bei dieser Art des Trainings schnell an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen – was beim Muskelaufbau ja so gewollt ist. So wird durch die elektrischen Impulse schon eine relativ einfache Übung wie Kniebeugen im wahrsten Sinne des Wortes zur Zitterpartie – je nachdem, wie stark der Impuls ist. Durch die elektrische Stimulation werden zudem auch tiefer gelegene Muskelschichten stimuliert, die mit konventionellem Krafttraining nur schwer zu erreichen sind. Apropos Impulsstärke – dieser wird vom Trainer je nach Fitnessgrad auf die Trainierenden zugeschnitten. Sonst kann der Muskelapparat auch schnell überfordert werden.

  1. Wie stark sind die Impulse?

Angst vor einem Elektroschock durch die Stromstöße beim EMS-Training braucht man jedenfalls nicht zu haben. Alle Stromstöße, die vom EMS-Gerät abgegeben werden, bewegen sich im niederfrequenten Bereich. Das heißt, Muskeln wie das Herz oder die Muskulatur anderer Organe werden nicht erreicht, lediglich die Skelettmuskulatur wird von den niederfrequenten Impulsen gezielt angeregt. Selbst das mittelfrequente EMA-Training (elektrische Muskel-Aktivierung), bei dem stärkere Impulse abgegeben werden, um noch tieferliegende Muskelregionen anzuregen, birgt bei gesunden Sportlern keine Gefahr für die Organmuskulatur.

  1. Ans Eingemachte: Was bringt das EMS-Training denn nun?

Nicht nur die Erfolge aus Physiotherapie und Rehabilitationszentren sprechen für sich. Inzwischen haben mehrere Universitäten in Deutschland Studien zur Wirksamkeit des EMS-Trainings durchgeführt. Man weiß, dass durch intensives Muskeltraining das Enzym Creatin-Kinase ausgeschüttet wird. Es sorgt dafür, dass die Muskelzellen genug Energie bekommen. Wer einen Muskelkater hat, der wird in der Regel auch einen erhöhten Anteil von Creatin-Kinase im Blut haben. Die Sporthochschule Köln stellte in einer Studie fest, dass die CK-Werte im Blut nach dem EMS-Training bis zu 18 Mal höher sind als bei konventionellem Krafttraining. Nach 6 Monaten EMS-Training wurde zudem in der Studie ein Muskelwachstum um 14 Prozent verzeichnet. Doch ein Ersatz für Ausdauer- und Krafttraining der gewöhnlichen Sorte ist das EMS-Training nicht. Ein bis höchstens zwei Mal pro Woche sollte eine EMS-Einheit unter professioneller Anleitung durchgeführt werden. Dann ist es für gesunde Menschen unbedenklich und kann den Muskelaufbau und den Gewichtsverlust durchaus effektiv unterstützen.

  1. Welche Kontraindikationen und Risiken gibt es?

Die erhöhten CK-Werte nach dem EMS-Training, die an der Sporthochschule Köln nachgewiesen wurden, sprechen zwar für die hohe Effektivität des Trainings. Doch gerade Untrainierte sollten es nicht übertreiben und zwischen den Trainingseinheiten längere Pausen einlegen. Denn die oben erwähnte Creatin-Kinase wird vom Körper über die Nieren abgebaut. Wer nicht genug trinkt, kann sich damit auf lange Sicht einen Nierenschaden einhandeln. Gerade Untrainierte, bei denen sich die CK-Werte im Blut besonders deutlich erhöhen, können ihrem Körper hier ungewollt schaden. Ausreichende Erholungsphasen zwischen den EMS-Trainings sind daher unbedingt einzuhalten. Vom alleinigen EMS-Training raten Experten zudem ab, Ausdauer- und Krafttraining können durch das Elektro-Training allein nicht ersetzt werden. Zudem ist EMS-Training ungeeignet für Menschen mit Herzschrittmachern, Epileptiker und Schwangere. Eine Rücksprache mit dem Hausarzt kann, wie bei jeder sportlichen Aktivität, sicherlich genaueren Aufschluss darüber geben, ob das Training mit dem EMS-Gerät bedenkenlos angegangen werden kann.

  1. Wie schnell sehe ich Erfolge?

Schon nach wenigen Sessions an der EMS-Maschine verbessert sich spürbar die Körperhaltung. Je nach Ernährungsplan und zusätzlichen Trainings werden Gewicht und Körperumfang nach vier bis sechs Wochen sicht- und messbar reduziert sein. So jedenfalls versprechen es die Anbieter. Zur gezielten Stimulation von Muskelgruppen ist das EMS als unterstützende Straffungsmaßnahme auf jeden Fall eine Überlegung wert. Wer zum Beispiel mit ausgeprägter Cellulite zu kämpfen hat, für den ist das EMS-Training womöglich eine gute Maßnahme, um Bauch- und Hüftumfang durch die erhöhte Muskelaktivität etwas abschmelzen zu lassen und die Haut zu straffen. So wird die Cellulite durch effektives Training weniger sichtbar.

  1. Wie oft und wie lange trainiert man beim EMS-Training?

Einmal pro Woche, auf keinen Fall mehr als zwei Mal pro Woche, werden die EMS-Trainingseinheiten in der Regel durchgeführt. Eine EMS-Trainingseinheit dauert 20 Minuten. Durch die starke Stimulation auch tiefersitzender Muskelpartien braucht der Körper nach jeder Einheit eine ausreichende Regenerationsphase. Denn: Da der Impuls beim EMS-Training von außen kommt, kann es schneller zu einem Übertraining kommen als bei konventionellem Krafttraining. Für gut Trainierte ist zwei Mal pro Woche daher meist das Maximum. Anfänger sollten längere Trainingspausen zwischen den Einheiten einlegen.

  1. Was kostet EMS-Training?

Je nach Studio kostet das Training 20 bis 30 Euro pro Sitzung. Da eine einzelne Einheit wenig Ergebnisse mit sich bringt, werden meist Pakete mit 6 oder mehr Einheiten angeboten, die wöchentlich durchgeführt werden.

Was haltet ihr vom Fitnesstrend EMS? Habt ihr die Methode schon ausprobiert? Interessant klingt das Impuls-Training auf jeden Fall.

Liebe Grüße aus Mainz,

eure Karolin.

Foto: Thinkstock

Author: Karolin Fischer

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