enzymeEnzyme, diese Allround-Kraftwerke, überwachen die wichtigsten Vorgänge in unseren Körpern. Was in unserem Auto die Zündkerze ist, das ist in unserem Stoffwechsel das Enzym. Ohne diese effizienten Proteine – denn das sind Enzyme: Eiweiß-Verbindungen – könnten wir nicht funktionieren, denn sämtliche Stoffwechsel-Abläufe werden von Enzymen katalysiert. Ob es um die Verwertung lebenswichtiger Vitamine und Mineralien geht oder um die tagtägliche Verdauung unserer Nahrung und die Verwertung der Energie. Enzyme starten die chemischen Reaktionen, die das Labor des menschlichen Körpers erst zum Laufen bringen.

So funktionieren die Reaktionswunder

enzymeeJedes Enzym hat eine einzige Aufgabe, der es sich ausschließlich widmet. Da die Stoffwechselvorgänge im Körper vielfältig sind, ist auch die Zahl der Enzyme groß: Um die 10.000 verschiedene Enzyme arbeiten in unserem Organismus. Ein Enzym, das zum Beispiel an der Synthese von Kollagen beteiligt ist, kann nur diesen Job übernehmen und nicht etwa Kohlenhydrate spalten. Für seine „Arbeit“ geht das Enzym immer eine kurze chemische Liaison mit dem zu verarbeiteten Stoff (in der Chemie spricht man von Substrat) ein (sprich: Enzym-Substrat-Komplex), der sogleich wieder gelöst wird. Das Enzym wird dabei nicht „verbraucht“ und kann deswegen schon in sehr kleinen Mengen wirksam werden. Fließbandarbeit auf der Makroebene sozusagen.

Die heiligen Drei

Drei wichtige Gruppen von Enzymen arbeiten in unserem Körper.

enzyme-ananasAllen voran sind das die Verdauungsenzyme. Sie erblicken in Magen, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm sowie in den Speicheldrüsen das Licht der Welt, oder eher die Dunkelheit des Körperinneren. Ihre Aufgabe ist es, die Nahrung, die wir zu uns nehmen, in ihre Bestandteile aufzusplitten, damit diese weiter verstoffwechselt werden können. Die Bauchspeicheldrüse übernimmt hier die erste Geige, denn sie bringt jene Enzyme hervor, die etwa dafür verantwortlich sind, Kohlenhydrate in einfache Zucker herunterzubrechen (Amylasen) und solche, die Fettsäuren zu Glyzerin und einfachen Fetten weiterverarbeiten (Lipase). Nicht zu vergessen sind die Proteasen, die sich Eiweiße vornehmen und sie in essentielle Aminosäuren „verwandeln“.

Besonders notorisch unter den Verdauungsenzymen ist die Laktase – denn die Laktase ist im Körper dafür verantwortlich, den Milchzucker (Laktose) in seine Bestandteile zu zerlegen: Glocose und Galactose. Gesunde Menschen produzieren Laktase in den Schleimhäuten ihres Dünndarms. Einigen Menschen fehlt dieses Enzym jedoch – sie sind laktoseintolerant. Da kein anderes Enzym den Job der Laktase übernehmen kann, ist die Zersetzung der Laktose nicht ohne Weiteres möglich. An diesem Beispiel wird die unverzichtbare Rolle von Enzymen sehr deutlich.

Die Stoffwechselenzyme finden wir überall im Körper. In den Zellen aller Organe, im Blut und in den Knochen treiben sie ihr „Unwesen“. Dank ihnen laufen unsere wichtigsten Organe von Herz bis zur Lunge so rund, wie wir es erwarten. Sie arbeiten mit den Nährstoffen, die die Verdauungsenzyme zuvor für sie aufgespalten haben. Sie machen Vitamine und Mineralstoffe verwertbar, stellen Hormone bereit und helfen so, dass alle Organe ihre Arbeit machen können.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Gruppen kann der Körper die Nahrungsenzyme nicht selbst herstellen. Stattdessen verlässt er sich auf Lebensmittel, um ihrer habhaft zu werden. In frischen, rohen Lebensmitteln wird der Organismus fündig. Die Nahrungsenzyme erfüllen dabei eine ähnliche Aufgabe wie die Verdauungsenzyme, sind aber doch irgendwie cooler, denn: Sie kurbeln gleich die Verdauung der Lebensmittel an, in denen sie überhaupt erst enthalten sein. Frisches Obst oder Gemüse zum Beispiel verdaut sich mitunter zu 70 Prozent selbst, indem es von den Proteinen, die in ihm enthalten sind, gleich schon verstoffwechselt wird. Dieses enzymatische Perpetuum mobile kann jedoch nur mit rohen Lebensmitteln vonstattengehen, da die wertvollen Katalysatoren sehr wärmeempfindlich sind und beim Kochen zerfallen uns ihre Wirksamkeit verlieren. Eine sehr gute Enzymversorgung kann daher durch abwechslungsreiche Rohkost gewährleistet werden. Insbesondere exotische Obstsorten wie Kiwi, Papaya, Ananas und Feige, aber auch Birnen und Bananen können hier ins Auge gefasst werden. Sie weisen einen hohen Enzymgehalt auf. Auf ausreichend Enzyme in der Nahrung bzw. auf einen entsprechend abwechslungsreichen Speiseplan zu achten, kommt unserer Gesundheit zu Gute. Denn fehlen essentielle Enzyme im Körper, haben Krankheitserreger leichtes Spiel.

Skin on Skin: Enzyme auf der Haut

enzyme-vit-cNicht nur in der Dunkelheit des Körperinneren leisten uns die Enzyme ihre unverzichtbaren Dienste. Auch an unserer Außenfassade tun sie ihr Bestes. Enzyme sind zum Beispiel dafür mitverantwortlich, dass der Lipidmantel und das Säuregleichgewicht der Haut konstant bleiben. Enzyme in Hautpflegemitteln können diesen natürlichen Vorgang unterstützen. Auch an der Synthese des Hautbausteins Kollagen, der die Haut elastisch und straff hält, sind Enzyme beteiligt. Vitamin C in der Haut aktiviert diese Enzyme, die für die Bildung von Kollagen verantwortlich sind – deswegen ist Vitamin C auch so ein wichtiger Wirkstoff in der Anti-Aging-Hautpflege.

Partner fürs Leben: Enzym und Co-Enzym

Genau so wichtig wie die Enzyme selbst sind dabei die sogenannten Koenzyme. Das sind chemische Substanzen, die ein Enzym braucht, um eine chemische Reaktion auszulösen – So wie etwa das Vitamin C die Enzyme zur Kollagensynthese aktiviert. Ohne das entsprechende Koenzym kann das Enzym selbst nicht zur Tat schreiten. Manche Koenzyme sind direkt an „ihre“ Enzyme gebunden, andere liegen frei vor und müssen erst zum entsprechenden Enzym finden. Coenzyme sind in der Regel Vitamine, oder auch Spurenelemente. Das bekannte Anti Aging Co-Enzym Q10 spielt in der Kosmetik zum Beispiel insbesondere als Antioxidans eine wichtige Rolle.

Enzympeelings und Co.

enzyme-peelingIhr habt sicher schon von Enzym-Peelings gehört, oder? Diese schonenden Hautverbesserer bringen pure Enzympower auf die Haut. Sie peelen die Haut mild mit milder Fruchsäure. Warum die Haut davon profitiert? Statt durch mechanische Partikel, die die Haut zu sehr mechanisch reizen durch das altbekannte Rubbeln, werden abgestorbene Hautschüppchen hier durch die leicht sauren Enzymkomplexe entfernt. Besonders empfindliche Haut, die leicht gereizt wird und Haut, die von Akne geplagt ist, profitiert von der milden chemischen Peeling-Funktion von Enzympeelings.

Talg und abgestorbene Hautpartikel werden durch das Peeling, das wie eine Maske aufs Gesicht aufgetragen wird, abgelöst und nach der Einwirkzeit durch einen ordentlichen Waschgang mit Wasser runtergewaschen. Meist basiert das Enzympeeling aus milden Fruchtsäuren aus Apfel, Kiwi, Papaya und Co. Diese schälen nicht nur tote Haut auf milde weise von Gesicht und Körper ab, sondern haben darüber hinaus meist noch antioxidative Eigenschaften (meist durch Vitamin C-Anteil), spenden den Zellen Feuchtigkeit oder kurbeln die Kollagenproduktion an. Einmal pro Woche durchgeführt, bringt ein wirksames Enzympeeling die Haut buchstäblich zum Strahlen (denn eine von abgestorbenen Schüppchen befreite Haut reflektiert das Sonnenlicht viel besser!)

Enzyme sind weder aus der Hautpflege noch aus unserem Stoffwechsel wegzudenken. Sie sind eine wichtige Grundlage für die Funktionen unseres Organismus. Gezielt eingesetzt sind sie daher auf für die Hautgesundheit und ein strahlendes Hautbild äußerst förderlich. Enzympeelings und mit Enzymen und Co-Enzymen angereicherte Hautpflege macht also nicht nur schön, sondern auch gesund!

Liebe Grüße aus Mainz,

Karolin