Foto:Istockphoto

Neues Jahr, neues Glück – und mit dem neuen Glück sollen vor allem gute Vorsätze helfen. Jetzt, in der Mitte des Januars, ist vielleicht ein guter Zeitpunkt, mal zu checken, wie es so läuft mit den Plänen fürs neue Jahr. Und dabei auch mal einen Blick darauf zu werfen, ob die guten Vorsätze wirklich so sinnvoll sind und uns daran zu erinnern, warum wir Verzicht üben oder uns manchmal auch dabei Quälen, die guten Vorsätze einzuhalten. Ganz egal, ob es darum geht, mehr Sport zu treiben, gesünder und frischer zu essen oder auf Alkohol, Nikotin und Co. zu verzichten. Deshalb schreibt mir in die Kommentare – wie läuft es bei euch mit den guten Vorsätzen? Seid ihr noch dabei?

Verzicht auf Alkohol – nach einem feucht fröhlichen Dezember

Besonders der Verzicht auf Alkohol ist ein beliebtes Ziel fürs neue Jahr. Denn gerade zum Ende des Jahres hin ist Alkohol allgegenwärtig. Er lauert auf der Weihnachtsfeier im Büro, wo sich unter Kollegen gern zugeprostet wird. Er lauert auf dem Weihnachtsmarkt, wo man sich gern den einen oder anderen Glühwein gönnt, gerade bei der Kälte. Und er lauert auch zu Hause, beim Zusammentreffen von Freunden und Familien. Zu guter Letzt fließt auch an Silvester der Alkohol – und oft auch nicht in all zu geringen Maßen. Da ist es kein Wunder, wenn man zu Beginn des neuen Jahres denkt, dass sich etwas ändern muss. Es kann doch so nicht weitergehen mit dem ständigen Trinken.

Dry January – einen Monat lang Verzicht auf Alkohol üben: Hältst du durch?

Man sagt ja immer wieder, die Dosis würde das Gift machen. Bei den meisten Dingen ist diese giftige Dosis allerdings schwerer zu erreichen als beim Alkohol. Hier übertreiben wir es gerne mal – gerade auch weil der Konsum von Alkohol in unserer Gesellschaft so akzeptiert ist und geradezu gefördert wird. Wie schnell muss man sich Sprüche anhören, wenn man mal abends beim Essen mit Kollegen oder eben auf der Weihnachtsfeier sagt, man würde mal auf Alkohol verzichten? Und wie schnell wird einer Frau unterstellt, sie wäre schwanger, wenn sie mal keinen Alkohol trinken möchte – ganz so, als sei das der einzige mögliche und akzeptable Grund, auf alkoholische Getränke zu verzichten. Doch zurück zum Thema.

Rotwein – angeblich ist er ja gut für uns… doch in welchen Mengen?

Gerne wird beim Trinken – gerade bei Rotwein – angemerkt, dass er ja angeblich so gut für uns ist. Er schützt die Gefäße und enthält wertvolle Resveratrole und Antioxidantien, die unsere Zellen schützen. Schön und gut, aber die Menge an Rotwein, die nötig ist, um diese schützende Wirkung zu erreichen, ist leider in einem Bereich angesiedelt, den man gut und gerne als homöopathisch bezeichnen darf. Letztlich wissen wir das auch, wenn wir zum Glas greifen, aber versuchen uns doch, irgendwie ein gutes Gewissen dabei einzureden. Unser Körper muss dafür leider einen hohen Preis zahlen. Denn keine urbane Legende ist, dass bei jedem Vollrausch, in den wir uns begeben, Hirnzellen absterben – und zwar unwiderruflich.

Bewusstsein schaffen, bewusster leben: Kenne dein Limit

Um gegen ein solches „Über die Stränge schlagen“ anzugehen, gibt es in einigen Ländern richtige Traditionen, eine bestimmte Zeit lang auf Alkohol zu verzichten. Etwa den Dry January in Großbritannien. Der wird dieses Jahr dort zum vierten Mal ausgerufen. Finger weg von den Drinks im ersten Monat des Jahres, lautet das Motto. Auch hierzulande ist der temporäre Verzicht auf Alkohol angesagt, meist in der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Es soll dabei vor allem darum gehen, das Hirn und die Leber vor (weiteren) Schäden durch Alkohol zu schützen. Doch hat diese Abstinenz, die ja von vornherein als eine zwischenzeitliche gedacht ist, wirklich langfristige positive Auswirkungen? Die Forschung hat dazu natürlich eine Meinung.

So wirkt Alkoholverzicht sich auf dich und deinen Körper aus

Das soll nicht heißen, dass man von vier bis fünf Wochen Verzicht auf Alkohol nichts merkt. Ganz im Gegenteil. Nach der Zeit der Abstinenz schläfst du wahrscheinlich deutlich besser und hast auch weniger Kopfweh. Dein Wohlbefinden ist ganz allgemein besser. Deine Blutwerte haben sich auch nach so kurzer Zeit schon verbessert. Blutdruck und Leberwerte sind deutlich verbessert – auch nach einer so kurzen Auszeit. Das haben Ärzte und Leberexperten in Forschungen herausgefunden. Diese Regeneration funktioniert allerdings nur, wenn die Leber noch nicht dauerhaft geschädigt ist. Ein Projekt wie der Dry January kann dabei helfen.

Diese Dinge sprechen dagegen, einen „trockenen Monat“ auszprobieren

Doch nicht für jeden ist der Dry January uneingeschränkt empfehlenswert, auch wenn die Ergebnisse positiv klingen. Denn Gesundheitsexperten warnen vor einem falschen Gefühl der Sicherheit. Sie befürchten, dass Menschen, die einen Monat lang auf Alkohol verzichten, schnell denken könnten, sie hätten eine Art Freifahrtschein, die nächsten elf Monate im Exzess zu leben. Mit so einer Einstellung ist auch der disziplinierteste Dry January für die Katz. Denn das Wichtige bei so einem Projekt ist es ja schließlich auch, dass man ein allgemeines Umdenken erwirkt. Denn die Zeit des Verzichts auf Alkohol ist auch eine gute Gelegenheit, auf das Trinkverhalten im restlichen Jahr zu reflektierten.

Der Verzicht auf Alkohol – für manche eine echte Gefahr?

Doch abgesehen davon kann für manche der plötzliche Komplettverzicht auch gefährlich sein. Wer schon in einer Abhängigkeit ist und regelmäßig große Mengen Alkohol konsumiert, mutet seinem Körper mit einem plötzlichen Komplettentzug einiges zu.Viele Experten warnen nämlich davor, dass es schon ein deutliches Warnsignal sei, wenn man sich Vorgaben für Zeiten der Abstinenz machen muss. Wer so denkt, so Experten, der sei schon gefährlich nah an einer Sucht. Hier lauert vielleicht die eigentliche Suchtgefahr, wenn es nach Psychiatern und Psychologen geht, die im Bereich von Suchtkrankheiten arbeiten.

Besser als einen Monat ohne: Alkoholbefreite Tage in jeder Woche

Statt also den radikalen Schnitt zu machen, einen ganzen Monat lang keinen Alkohol zu trinken, kann man lieber in kleineren Abschnitten denken. So ist es zum Beispiel sinnvoll, jede Woche mehrere Tage (inklusive Abende) nein zu sagen zum Alkohol. Auch das ist für die Leber eine Erholung und allen Organen ist geholfen. Bedingung dafür ist natürlich, an den nicht-alkoholfreien Tagen nicht gleich im Vollrausch zu enden. Wer so dauerhaft weniger trinkt, verringert auch sein Risiko, in eine Alkoholsucht zu geraten und braucht erst gar keinen Dry January, weil er sowieso schon nur in Maßen Alkohol trinkt. Eben als Genussmittel und nicht als etwas Alltägliches.