Digital Detox: Unbedingt mal offline gehen

©Romee Strijd/Instagram

Digital Detox – Omm statt ständig online

Ständig an einem Bildschirm hängen, im Büro am Computer, abends am Tablet und am Smartphone – das ist für uns alle inzwischen längst normal geworden. Wir schaffen es kaum noch, abzuschalten. Ständig online sein, mit allen vernetzt – das ist nicht nur selbstverständlich geworden, unsere Arbeitswelt und auch das Privatleben verlangen es sogar von uns. Und auch unsere Hirne sind durstig nach dem nächsten Aufpiepen des Handys. Jede neue Nachricht aktiviert die Dopamin-Ausschüttung im Hirn – wir sind geradezu süchtig nach der Aufmerksamkeit von Social Media und Co., die unsere vernetzte Welt uns beschert. Wir müssen für alle ständig erreichbar sein, sofort auf Emails und WhatsApps antworten und auf alles reagieren. Doch gerade in Angesicht dessen ist es wichtig, nicht das Abschalten zu verlernen. Ein Digital Detox muss her, ab und an zumindest. Wir verraten, wie man ihn richtig macht – so dass er garantiert ein Erfolg wird.

Mehrere Bildschirme gleichzeitig bedienen – das kann nicht gut gehen

Auch wenn wir abends noch mit Tablet oder Smartphone vorm TV sitzen, denken wir noch, wir würden multitasken. E-Mails checken oder Instagram Storys schauen, während nebenbei Netflix läuft. Forscher haben dieses Märchen vom Multitasking inzwischen allerdings längst als Mythos enttarnt. Unser Gehirn ist gar nicht dafür geeignet, gleichzeitig Aufgaben nebeneinander zu erfüllen. Stattdessen arbeitet es eine Sache nach der anderen ab. Wer ins Handy kuckt, kann sich nicht auf etwas anderes konzentrieren. Die eigentliche Tätigkeit muss unterbrochen werden. Auch fürs unser Hirn ist so etwas anstrengend. Im Durchschnitt alle 18 Minuten. Denn so oft unterbrechen wir laut Untersuchungen unsere anderweitigen Tätigkeiten, um zu schauen, was auf Instagram, Facebook und Co. abgeht. Irgendwann verlernt unser Gehirn, bei all dem Durcheinander zu erkennen, was noch wichtig und was schon unwichtig ist. Das bedeutet Stress pur. Alles wird nur noch nebenbei erledigt. Im Moment leben – das können ja einige von uns schon gar nicht mehr. Deswegen ist es höchste Zeit für einen Digital Detox.

Deswegen ist es höchste Zeit für Digtal Detox

Unser ständiges Online Sein ist nicht nur ein Stress Auslöser. Unser Gehirn, ja unser ganzer Körper kann davon dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn durch die schnelle Befriedigung, die so ein Leben im Internet – Like folgt auf Like, da piept schon die nächste Message auf, hier noch schnell eine Mail abgeschickt und auf amazon prime ein Geschenk geshoppt – mit sich bringt, wirkt sich in unseren Hirnen biochemisch aus. Dopamin und Serotonin – die so genannten Glückshormone – werden ausgeschüttet. Doch dieses kleine High lässt irgendwann nach bzw. wird immer schwächer. Weil unser Gehirn sich nämlich daran gewöhnt hat und wie ein Süchtiger immer mehr braucht, um noch die gleiche Befriedigung zu empfinden. Allein dadurch, dass unser Smartphone ständig bei uns ist, löst es uns so schon Stress aus.

Suchtgefahr und geistige Verkümmerung – digital ist eben doch nicht immer besser

Und diese Suchtgefahr ist nicht die einzige Gefahr, die das ständige Dasein im Digitalen mit sich bringt. Auch das ständige Nachschlagen von Informationen im Internet ist nicht förderlich, so bequem es auch sein mag. Denn mit so einem Verhalten riskieren wir, dass unsere Nervenstränge im Hirn verkümmern – schließlich sind sie gar nicht mehr dadurch gefordert, dass wir versuchen uns Sachen einzuprägen und zu merken. Wir können ja immer alles jederzeit im Internet nachschlagen. Weiters haben Studien gezeigt, dass das permanente Surfen im Netz zu erhöhter Depressionsgefahr führt, ausgelöst von Stress.

Durch das Gefühl, das Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben – nach dem Motto „Mein Smartphone hat mein Leben in der Hand“ –, wird sogar unser Immunsystem geschwächt. Wir werden anfälliger für Krankheiten. Die Verdauung funktioniert nicht mehr so reibungslos, die Hormone geraten durcheinander. Wer hätte das gedacht, dass unser digitales Leben sich so negativ auf uns auswirken kann?

Worauf warten wir noch? Auf auf zum Digital Detox!

Weil natürlich inzwischen viele Menschen auf die negativen Auswirkungen aufmerksam geworden sind, die die Allmacht unserer Bildschirme auf uns haben kann, formiert sich entsprechender Widerstand. Gegen die Digitalisierung, die unsere Leben übernimmt, stellt sich die Digital Detox Bewegung. Gegründet von ehemaligen Tech-Nerds, die nach Jahren der 70-Stunden-Woche im Burnout ankamen und dann einen Richtungswechsel im Leben brauchten. Das Motto: Den Stecker ziehen, Zeit finden, wieder bei sich selbst anzukommen. Das Ziel der Bewegung: Wir holen uns von unseren Smartphones die Kontrolle über unser Leben zurück. Dabei spielen Achtsamkeit und Entschleunigung eine große Rolle. Endlich wieder entspannen können und besser schlafen.

Strategien gegen die ständige Erreichbarkeit

Damit wir nicht vom ständig auf uns niederprasselnden Datenstrom überrollt werden, brauchen wir sichere Strategien, um uns ihn zu entziehen. Einige Firmen schützen ihre Mitarbeiter regelrecht, indem sie nach Feierabend bis zum nächsten Morgen die Server abschalten – so, dass keine Mails außerhalb der Arbeitszeit ankommen. Doch das ist noch nicht genug. Eine Armbanduhr und einen richtigen Wecker benutzen. Damit das Handy nicht zum Uhrersatz wird. Am besten das Handy gar nicht erst mit ins Schlafzimmer nehmen. Das raten Experten. Nur alle paar Stunden E-Mails checken – hier sollte man sich ein festes Zeitfenster festlegen.

Das Gehirn braucht eine digitale Auszeit, um wieder denken zu können

Wartezeiten, lange Fahrten in der Bahn oder im Bus – solche Zwischenzeiten, in denen wir mal nichts machen und denken müssen, sind gut für unser Hirn. Denn das hat dann mal die Chance, abzuschalten und im Ruhemodus zu arbeiten. Das ist ganz wichtig, denn in diesen Zeiten hat das Gehirn Zeit für Selbstreflexion, zum Verarbeiten von Erlebnissen, zur Überdenkung von Standpunkten und Ideen. Das sind ganz wichtige Dinge, die uns festigen, und uns in unserer Identität stärken. Wir sollten sie nicht durch ständige Ablenkung kaputt machen. Im Gegenteil! Unser Gehirn braucht die Gelegenheit, auch mal von Innen Eindrücke aufzunehmen und zu erhalten, nicht immer nur von außen. Das führt auch dazu, dass wir besser Entscheidungen treffen können, besser schlafen und neue Ideen haben.

Diese Muße fehlt vielen von uns heutzutage. Immer lauert die nächste digitale Aufgabe. Kein Wunder, dass seit Jahren immer mehr Menschen unter Burn Out leiden. Achtsamkeit ist nicht nur ein Trendwort – wir brauchen konkrete Strategien für mehr Achtsamkeit im Alltag, damit wir auch mal wirklich Offline sein können. Denn das ist nicht nur gut für uns – wir brauchen es geradezu!

Das hilft beim Offline sein

Dabei können Atemtechniken und Meditation helfen, aber auch autogenes Training ist eine beliebte Methode zum Bekämpfen vom Stress der digitalen Welt. Ansätze gibt es hier viele. Man muss sich nur bemühen, den richtigen zu finden!

Author: Karolin Fischer

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