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Wenn wir mal eine Minute lang alle Argumente ruhen lassen, mit denen wir neue Käufe – besonders von Klamotten aller Art – rechtfertigen, dann wissen wir tief in uns drin, dass wir viel zu viele Sachen haben. Die ganzen T-Shirts, Kleider, Schuhe und Taschen brauchen wir gar nicht alle wirklich. Die pinken Pumps haben wir uns damals nur gekauft, weil sie zu dem einen spezifischen Outfit für dieses eine Event perfekt gepasst haben – und seit dem hatten wir sie nie wieder an. Und die Jeans, die sich im Schrank stapeln! Bei mir sind es bestimmt ein Dutzend. Aber ich trage eigentlich immer nur die obersten drei. Das sind meine Favoriten, sie passen gut, sehen gut aus und fühlen sich gut an. Trotzdem denke ich gar nicht daran, irgendwelche von den anderen zu entsorgen. Man könnte sie ja noch mal gebrauchen.

Bring Ordnung in dein Klamotten Chaos – wer kennt dieses Szenario?

So oder so ähnlich sind dann immer die Gedankengänge. In meinem Schrank liegen T-Shirts, an denen noch das Preisschild dran ist. Und das obwohl ich sie schon vor Jahren gekauft habe. Was ich mir dabei gedacht habe, weiß ich heute natürlich auch nicht mehr. Die Freude an dem Teil ist einfach offenbar sofort nach dem Bezahlen verflogen und augenscheinlich auch nicht wiedergekommen. Und zum Umtauschen war ich natürlich eh zu faul und zu bequem. Ständig beruhigen wir unser Gewissen: Die Teile verkaufe ich noch bei ebay, bei Kleiderkreisel oder auf dem Flohmarkt. Aber die wenigsten unter uns gehen diesen Schritt wirklich – zu viel Aufwand. Wenn wir daran denken, wie aufwendig es wäre, die Sachen zu verkaufen, stören sie uns auf einmal gar nicht mehr, wie sie da im Schrank rumliegen. Mit Schuhen, Ohrringen und anderem Kram ist es meistens genauso. Bei mir sind es oft auch Duftkerzen und Cremes. Bücher natürlich auch.

Wie viele deiner Klamotten trägst du wirklich regelmäßig?

Ich warte ja noch drauf, dass irgendein Institut mal eine passende Untersuchung in Auftrag gibt: Wie viele Teile aus unserem Kleiderschrank tragen wir wirklich regelmäßig und wie viel davon liegt einfach nur rum und fängt Staub? Welche Handtaschen werden regelmäßig zur Schau gestellt und rumgetragen? Und welche Ohrringe hattest du schon seit Jahren nicht mehr drin, denkst aber wahrscheinlich sogar, du hättest sie gerade vor einem Monat noch getragen? Es ist ja nicht mal unbedingt immer so, dass die Sachen und Accessoires uns nicht gefallen, die wir nicht tragen. Aber seien wir mal ehrlich. In jeder Kategorie haben wir ein oder zwei Favoriten. Und die werden wöchentlich getragen, oder eben täglich. Die bequemsten Sneakers sind eben die bequemsten Sneakers. Ihre Bequemlichkeit wollen wir täglich genießen. Oder zumindest so oft wie möglich. Auch unser liebstes Kleid, das so eine tolle Silhouette zaubert oder die Jeans, die einen tollen Po macht – diese Teile sind einfach unverzichtbar und werden getragen, bis wir sie nicht mehr sehen können. Da kommen eben andere Teile, die zwar auch schön sind, aber eben nicht sooo schön, eben einfach zu kurz. Da können wir ja auch nichts für. Wir wollen uns doch einfach nur wohlfühlen.

So mistest du deine Sachen endlich mal wirksam aus


Irgendwann kommt dann doch der Punkt, an dem wir uns nichts mehr vormachen können und den Kleiderschrank dann mal ausmisten müssen. Spätestens, wenn die Türen nicht mehr zugehen oder wir den fünften Tag in Folge in den Bergen und Bergen von Klamotten Teile finden, von denen wir gar nicht mehr wussten, dass wir sie haben. Anstatt dich weiter die ganze Zeit darüber zu ärgern, dass dein Schrank aus allen Nähten platzt, kannst du endlich mal was dagegen unternehmen. Heute ist der Tag dafür! Wirklich!

Die Shopping Bag Methode

Und am einfachsten geht das mit der Shopping Bag Methode, die sich eine findige Frau ausgedacht hat. Das Prinzip ist so einfach, dass es fast peinlich ist, dass wir nicht all die Jahre von selbst drauf gekommen sind. Vor dem Kauf eines neuen Teils gehst du einfach in dich und überlegst: Wenn ich dieses Teil jetzt kaufe, welches andere Teil werde ich dann aus meinem Kleiderschrank rauswerfen? Diesen Trick kann man auf jede Kategorie anwenden. Es müssen nicht mal Klamotten sein. Funktioniert auch super bei Haushaltskram, Kosmetik und so Ikea-Kram, den wir ja auch alle gern mal anhäufen. Die Ratio muss nur immer stimmen, dann geht die Methode von allein ihren Gang. Wenn du dir also ein neues Kleid zulegst, dann solltest du überlegne, welches – womöglich sogar ähnliche – Teil dafür aussortiert wird. Zwei neue T-Shirts gekauft? Zwei alte müssen leider ausziehen.

Nicht gleich auf den Müll damit!

Aussortieren heißt natürlich nicht, dass du die Sachen buchstäblich „in die Tonne“ werfen sollst oder musst. Gerade jetzt rechtzeitig zur Weihnachtszeit kannst du ja überlegen, welchen von deinen Freundinnen du damit vielleicht noch eine Freude machen kannst. Auch gemeinnützige Läden wie Oxfam oder ein Obdachlosenheim freuen sich über Kleiderspenden. Schau dich einfach mal in deiner Stadt um, welche Bedürftigen-Organisationen vielleicht mit deinen Klamotten noch jemandem helfen können. Wenn du ein bisschen Aufwand nicht scheust, kannst du sie natürlich auch auf einer der zahlreichen Second Hand Klamotten Portalen verkaufen, z. B. bei Kleider Kreisel.

Raus aus der Tüte, rein in die Tüte

Der Zeitrahmen, wann man bei der Shopping Bag Methode aussortieren soll, ist dabei recht eng abgesteckt. Sofort, wenn du mit deinem neu geshoppten Teil nach Hause kommst, sollst du das alte Teil in die Einkaufstüte packen, in der eben noch das neue lag. Deswegen ja der Name dieser cleveren Methode. Der schnelle Austausch ist wichtig. Sonst vergisst man es am Ende oder schiebt es auf. Und das ist nicht Sinn der Sache.

Wie fange ich an?

Es ist nicht so leicht, von null auf hundert so rigoros nach dieser Methode zu leben. Ein Anfang kann es schon sein, wenn du dir bei deiner nächsten Shopping Tour nur eine kleine Kleinigkeit zu kaufen. Da fällt das Austauschen nicht so schwer. Damit sparst du dann auch gleich noch Geld, wenn du nicht gleich anfängst, so große Dinge zu kaufen. Und wenn das gut geklappt hat, kannst du dich nach und nach steigern und auch nach dem Kauf größerer Dinge den mutigen Tausch raus aus der Einkaufstüte und rein in die Einkaufstüte wagen. Probier es aus. Ich glaube an dich!